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Duisburg: Kein Verfahren gegen OB Sauerland

zuletzt aktualisiert: 19.12.2010 - 09:59

Wegen der Katastrophe bei der Loveparade wird es nach Informationen aus der NRW-Justiz vorerst keine Ermittlungen gegen den Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland geben.

Dies berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Die Staatsanwaltschaft prüfe derzeit, in welchen Fällen das Verfahren gegen Unbekannt zu einen namentlichen werden könne. In Kürze solle mit Ermittlungen gegen eine Reihe von Mitarbeitern von Stadt, Polizei und Veranstalter begonnen werden.

Nach der Katastrophe vom 24. Juli hatten die Ermittler wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung ein Verfahren gegen Unbekannt eingeleitet und erklärt, erst wenn entsprechende Hinweise vorlägen, könne das Verfahren gegen bestimmte Verdächtige gerichtet werden.

Laut "SZ" gehen die Ermittler davon aus, dass Veranstalter, Stadt und Polizei beim Genehmigungsverfahren, bei der Vorbereitung und schließlich bei der Durchführung der Loveparade gravierende Fehler gemacht haben.

In den Justizkreisen werde aber trotz der bevorstehenden Ermittlungen gegen konkrete Personen auf die Schwierigkeiten im weiteren Verfahren hingewiesen. Sauerland lehnt bis heute trotz Rücktrittsforderungen auch aus den eigenen Reihen Konsequenzen aus der Loveparade-Katastrophe ab.

Derweil erhob der im Vorfeld der Loveparade als Experte für die Durchführbarkeit der Veranstaltung befragte Panikforscher Michael Schreckenberg schwere Vorwürfe gegen die Stadt Duisburg und den Loveparade-Veranstalter Lovepant.

Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" zitierte aus einer an die Staatsanwaltschaft gerichtete Stellungnahme von Schreckenbergs Anwalt, wonach Schreckenberg im Vorfeld der Loveparade gezielt Informationen vorenthalten wurden und eine kritische Planung offenbar nicht gewollt gewesen sei.

Außerdem habe der Physik-Professor wiederholt und nachhaltig vor dem Tunnel gewarnt, in dessen Umfeld es zu der Panik kam, bei der die Loveparade-Teilnehmer zu Tode kamen.

Quelle: csi

 
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