Duisburg: Keine Antwort auf wichtige Fragen Duisburger Thyssen-Chronik
zuletzt aktualisiert: 20.03.2009Duisburg (RPO). Stahl ist und bleibt das Herzstück des ThyssenKrupp-Konzerns. Daran ändern auch die gestern bekannt gewordenen Pläne nichts. Nachdem der Steel-Vorstand zuletzt mit einem offensichtlich unausgegorenem und unglücklich eingestielten Sparprogramm kläglich gescheitert war, schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, wann noch weitaus grundlegendere Entscheidungen gefällt werden. Das deutet sich jetzt an, auch wenn die Auswirkungen noch völlig undurchschaubar sind. Offensichtlich soll nun bei den Vorständen und der Konzernverwaltung gespart werden. Viel wird jetzt davon abhängen, wie sich der Aufsichtsrat entscheidet. Schließlich besteht das Gremium zur Hälfte aus Arbeitnehmervertretern, darunter auch Willi Segerath und der Konzernbetriebsratschef Thomas Schlenz. Den Ehrenvorsitz hat der Essener Berthold Beitz. Auch Gerhard Cromme sitzt im Aufsichtsrat. Der war schon bei der Fusion von Thyssen und Krupp in Duisburg in der Buhmann-Rolle. Jedes Mal, wenn es im Konzern eine Umstrukturierung gab, war das meist nicht gut für den Standort Duisburg.
Wie viele Arbeitsplätze sind durch die Konzernpläne gefährdet? Soll Duisburg noch Firmensitz einer Konzernsparte sein? Auf diese Fragen gibt es zurzeit keine Antwort. Aber das ist es, was die Menschen hier am meisten interessiert.
MIKE MICHEL
1871 August Thyssen gründet in Mülheim die Firma Thyssen&Co.
1891 August Thyssen wird Eigentümer der Gesellschaft Deutscher Kaiser in Hamborn. Erster Abstich im Dezember.
1919 Umbenennung der Gesellschaft nach dem ersten Weltkrieg. Auslandsbeteiligungen werden von den Siegermächten enteignet.
4. April 1925 August Thyssen stirbt, sein Sohn Fritz wird Aufsichtsratvorsitzender des neuen Unternehmens.
1934 Die August-Thyssen-Hütte AG wird gegründet und ist einer der wichtigsten Lieferanten für die Kriegswirtschaft. 1945 Die Thyssenhütte liegt nach einem schweren Luftangriff am Boden.
Mitte der 1960er Jahre, die August-Thyssen-Hütte AG ist größter europäische Rohstahlerzeuger.
1972 Thyssen beschäftigt 92 000 Mitarbeiter und erwirtschaftet 9,8 Milliarden DM im Jahr.
1983 Die Thyssen Stahl AG wird ausgegliedert, der Konzern nimmt zahlreiche Entlassungen vor.
August 1997 Thyssen und Krupp nehmen Gespräche über Kooperationen auf. Fusion im März 1999.
2003 ThyssenKrupp Steel ist größter Unternehmensbereich mit rund 50 000 Mitarbeitern an sieben Standorten und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 12 Milliarden Euro.
2009 ThyssenKrupp Steel soll in ThyssenKrupp Materials eingegliedert werden.
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