Duisburg: Keine Spielwiese für Technikfreaks
VON MIKE MICHEL - zuletzt aktualisiert: 28.08.2007Duisburg (RPO). NRW-Wirtschaftsministerin Christa Toben las den Ingenieuren erst einmal die Leviten. Jedes neu entwickelte Handy habe eine Unmenge neuer Funktionen – nur die Funktionstasten seien immer anders belegt, so dass der Laie damit nicht klar komme. „Warum ist das so? Weil es der entwickelnde Ingenieur so wollte!“, erklärte sie gestern beim Richtfest für das „inHaus2“. Insgesamt neun Insitute der Fraunhofer-Gesellschaft und rund 30 Partner aus der Wirtschaft arbeiten hier in einer Forschungsplattform für das zukünftige Bauen und Betreiben von Gewerbeimmobilien zusammen. Die Mahnung der Wirtschaftsministerin wollen sich die Forscher zu Herzen nehmen. Das „inHaus2“ soll keine Spielwiese für Technikfreaks werden, sondern auch wirtschaftlich sinnvolle Ergebnisse hervorbringen. „Wir wollen Innovationen schaffen, die im positiven Sinne billig sind“, betonte Prof. Ulrich Buller, Vorstand der Forschungsplanung der Fraunhofer-Gesellschaft.
Billig ist das „inHaus2“ beileibe nicht. Die Landesregierung und die EU unterstützen den Bau mit 6,5 Millionen Euro, die Fraunhofer Gesellschaft gibt weitere 2,2 Millionen Euro dazu. Partner aus der Wirtschaft sind mit weiteren zwei Millionen Euro beteiligt. In dem 3500 Quadratmeter großen Gebäude direkt neben dem Uni-Campus am Forsthausweg in Neudorf wollen die Fraunhofer-Gesellschaft bis 2011 Forschungsprojekte mit einem Volumen von weiteren 27 Millionen Euro in Angriff nehmen. Nachdem das intelligente Nachbargebäude „inHaus1“ vor allem dem privaten Wohnen gewidmet war, geht es nun um intelligente Lösungen für Pflegeheime, Krankenhäuser, Büro-, Veranstaltungs- und Serviceimmobilien. So könnte ein altengerechtes Zimmer der Zukunft getestet werden. Dabei wird „abweichendes Verhalten“ festgehalten. Liegt der Bewohner um 11Uhr immer noch im Bett oder geht er nicht ins Bad, könnte Alarm ausgelöst werden. Das funktioniert, auch ohne dass der Bewohner mit „Technik behängt“ werden müsste, so Klaus Scherer, Leiter des inHaus-innovationszentrums.
Einer der Partner ist die Lindner-Hotelgruppe. Sie will im „inHaus2“ testen, wie Hotelzimmer der Zukunft aussehen. Dort kann man mit dem Handy ein- und auschecken.
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