Duisburg: Kinder lernen zweisprachig
zuletzt aktualisiert: 22.12.2008Duisburg (RPO). Am Beispiel der städtischen Kindertageseinrichtung Wörthstrasse 70 in Hochfeld haben Thomas Krützberg, Leiter des Duisburger Jugendamtes, und Angelika Fix, Leiterin der Einrichtung, das Projekt „Bilinguale Sprachförderung“ vorgestellt. Hierbei unterstützt das Jugendamt 20 Duisburger Kindertageseinrichtungen mit Landesmitteln in Höhe von jeweils 500 Euro.
Von dem Betrag wurden Literaturkoffer angeschafft, die Kinderbücher mit türkischen und deutschen Texten beinhalten. Geschulte Sprachförderkräfte arbeiten in den Kindertageseinrichtungen mit Migrantenkindern in Kleingruppen, um den deutschen Sprachgebrauch zu fördern. Sie verwenden dabei die bilinguale Methode, um türkisch sprechende Kinder intensiv zu fördern. Texte werden in Türkisch und in Deutsch erzählt. Dabei kann die Sprachfachkraft erfahren, ob die türkische Muttersprache von den Kindern beherrscht wird und ob die Kinder die deutsche Spracheinheit verstanden haben. Das Beherrschen der Muttersprache bildet die Basis der deutschen Spracherlernung.
Gezielte Sprachförderung gehört in jedem Kindergarten zum pädagogischen Alltag. Ein Kind, das eine harmonische Entwicklung hatte, ein gesundes Urvertrauen und eine erlernte Muttersprache besitzt, hat eine bessere Chance, die zweite Sprache „Deutsch“ zu erlernen. Auch die Einstellung der Eltern zur Zweitsprache ist von großer Bedeutung. Je offener sie dem Gegenüber eingestellt sind, desto einfacher wird das Erlernen der Zweitsprache „Deutsch“ für das Kind.
In den 20 Kindertageseinrichtungen wurden Leihbibliotheken eingerichtet, um Eltern und Kindern ein hohes Repertoire an Büchern anbieten zu können. Sie haben so die Möglichkeit, Bilderbücher in verschiedenen Sprachen direkt im Kindergarten auszuleihen. Durch das gemeinsame Betrachten und Vorlesen der Bücher soll sowohl die Phantasie der Kinder angeregt als auch deren Sprachkompetenz gefördert werden.
In der Kindertageseinrichtung Wörthstraße wird die bilinguale Sprachförderung intensiv umgesetzt. Mütter und Väter können an den Bilderbucherzählungen teilnehmen. So wird auch das Interesse der Eltern geweckt, mit ihren Kindern Bücher zu lesen beziehungsweise Geschichten zu erzählen und in der Bibliothek gleich das Buch auszuleihen.
In Kooperation mit dem Referat zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) und dem BLK-Modellprogramm FörMig (Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund) ist es darüber hinaus gelungen, eine zusätzliche Fachkraft einzustellen, die nicht nur mit den Kindern, sondern auch mit deren Eltern im täglichen Kindergartenablauf Bücher betrachtet und so Sprachkompetenzen fördert.
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