Duisburg: Kinder sind Mülldetektive
VON STEFAN OSSENBERG - zuletzt aktualisiert: 08.10.2008Duisburg (RPO). Die Landesentwicklungsgesellschaft NRW und die Wirtschaftsbetriebe Duisburg informierten gestern spielerisch Kinder und ihre Eltern über die richtige Mülltrennung. Richtiges Befüllen der Abfallcontainer kann Kosten einsparen.
Wanheimerort Auf der Wiese zwischen Fischerstraße und Eschenstraße sind eine Hüpfburg, ein Fußballtor sowie ein großes Zelt aufgebaut. In einigem Abstand dazu steht ein Informationsstand der Duisburger Wirtschaftsbetriebe. Kinder laufen auf der Wiese hin und her, sammeln Abfall ein und werfen ihn in Abfalltonnen.
Der Anlass? Die Landesentwicklungsgesellschaft NRW klärt zusammen mit den Wirtschaftsbetrieben der Stadt Duisburg ihre Mieter über die richtige Mülltrennung auf. „Je größer die Häuser und je größer die Wohndichte, desto schwieriger ist es, dass der Abfall richtig entsorgt wird“, berichtet Volker Reck von den Wirtschaftsbetrieben. Durch die richtige Sortierung der Abfälle könnten im Durchschnitt 20 bis 30 Prozent der Kosten eingespart werden, so der Großkundenbetreuer. „Wir wollen die Abfallströme in die richtigen Kanäle leiten“, erklärt er den Grund für die Kooperation mit dem Immobilienunternehmen. Kinder seien bei der Aufklärung zur richtigen Mülltrennung regelrechte Multiplikatoren. „Die können dann ihren Eltern mal zeigen, was sie alles falsch machen.“ Damit die kleinen Müllexperten sich das Wissen aneignen können, haben sich die Verantwortlichen der LEG ein Spiel ausgedacht, bei dem die Kinder als Mülldetektive den Müllsünder fangen, den hingeworfenen Abfall aufsammeln und dann dem Täter erklären sollen, in welche Tonne der jeweilige Abfall gehört.
Währenddessen trennt der achtjährige Furkan die Cellophanfolie von einer Zigarettenschachtel. Die Folie wandert in die gelbe Tonne, die Packung in die Abfalltonne. „Ich finde das toll. Das Quiz hat richtig Spaß gemacht“, berichtet er. Beim auch angebotenem Umwelt-Quiz der LEG wird abgefragt, wohin verbrauchte Batterien gebracht werden und wo ein Kühlschranck entsorgt werden kann. „Die Nutzung der Gelben Tonne ist immer noch ausbaufähig. Immer wieder finden wir Restmüll. Dabei zahlen die Bürger doch schon beim Einkauf von Produkten mit dem Grünen Punkt die Entsorgungsgebühr“, so Reck.
Die Sortierung, die die Wirtschaftsbetriebe dann vornehmen müssen, steigere die Kosten. Diese müssten an die Endverbraucher weitergegeben werden, da die Wirtschaftsbetriebe kostendeckend arbeiten müssten.
Anwohnerin Anna Hey ist zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg zu den Müllcontainern. In ihren Händen hält die 74-Jährige zwei Mülltüten. Seit 54 Jahren lebt sie hier im Wohnkomplex. Die Aktion findet sie gut. „Aber das mit der Mülltrennung, das weiß ich auch so. Aus dem Fernsehen“, sagt sie geht weiter zu den Müllcontainern und wirft ihren Müll ein. Getrennt, natürlich.
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