Duisburg: Kleingärtner sind erleichtert
VON FABIAN SPIESS - zuletzt aktualisiert: 18.07.2012Duisburg (RP). Nachdem in den Wanheimer Anlagen "Ährenfeld" und "Feierabend" stark erhöhte Schwermetallbelastungen gemessen worden waren, fürchteten die Kleingärtner um ihr Hobby. Doch nun gibt es eine Lösung.
Monatelang wussten die Nutzer der Kleingartenanlagen "Ährenfeld" und "Feierabend" in Wanheim nicht, wie es mit ihren Gärten weitergeht. Nachdem im Frühjahr hohe Schwermetall-Belastungen gemessen wurden, erließ die Stadt die Empfehlung, selbst angebautes Gemüse aus Gesundheitsgründen nicht mehr zu verzehren. Als Gerüchte von einer Komplettsanierung der gesamten Anlagen die Runde machten, fürchteten viele Kleingärtner um ihr Hobby.
Jeder geht damit anders um
Mittlerweile haben sich die Gemüter beruhigt und bei Gesprächen Anfang des Monats wurde eine Lösung gefunden, mit der beide Seiten leben können. Den Umgang mit dem Gemüse, das vor der Hiobsbotschaft angebaut wurde, handhabt laut Hermann Schürmann, Vorsitzender des KGV Feierabend, jeder Gärtner anders: "Das sind alles erwachsene Menschen. Jeder geht damit anders um. Es sind schließlich nur Empfehlungen der Stadt und wir haben jahrelang aus den Gärten gegessen", erklärte er
Ein Rundgang über das Vereinsgelände bestätigt diese Einschätzung. Während die Gemüsebeete vor einigen Parzellen akkurat gepflegt sind, haben andere Vereinsmitglieder das angebaute Gemüse ganz offensichtlich aufgegeben. Für letztere Variante entschied sich auch Adolf Weyandt, der dem schlechten Wetter trotzte und mit Freunden unter dem Dach vor seiner Hütte gemütlich grillte. "Die Kartoffeln kann man direkt entsorgen", sagt er, während er auf ein recht verwahrlostes Beet deutet.
Treibhaus deckt die Erde ab
Er hat, nachdem die hohen Belastungen bekanntgeworden sind, allerdings schnell Alternativen gefunden. So ist der Boden, aus dem seine Erdbeeren wachsen, komplett mit Folie versiegelt, damit keine weiteren schädlichen Partikel in die Erde gelangen. An seinem Salatbeet neben dem Goldfischteich hat er hingegen nichts verändert. "Hier kann kein Dreck drangekommen sein. Die Stelle ist seit 15 Jahren mit dem Treibhaus abgedeckt", erzählt er.
Mit der Lösung, die nach den Gesprächen mit der Stadt vereinbart wurden, können die Gärtner gut leben. Die Sanierung besteht darin, dass jede Parzelle künftig drei Hochbeete mit frischer Erde als Nutzfläche erhält. Die Zierbeete werden mit Geogittern und einer 15 Zentimeter dicken Erdschicht versiegelt.
"Man wird dann zwar weniger anbauen können, aber für mich ist das nicht so tragisch", sagt Elisabeth Hirschler. Auf die Idee, ihr Gemüse in Hochbeeten anzubauen, ist die erfahrene Kleingärtnerin ohnehin schon selbst gekommen und hat ihre Nutzpflanzen in drei Kübeln mit frischer Blumenerde angebaut. Deshalb steht einer Ernte in diesem Jahr nichts entgegen.
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