Duisburg: Klimakiller Kraftwerk
VON ANNIKA MATHEIS - zuletzt aktualisiert: 02.10.2007Duisburg (RPO). Die Initiativen gegen das geplante Kohlekraftwerk wollen gemeinsam an einem Strang ziehen. Zum SPD-Sonderparteitag am 8. Oktober wollen sie auf ihr Tun aufmerksam machen und protestieren.
Informationen
Weiter Informationen zum Kraftwerk sind unter folgenden Internetadressen zu finden:
www.uerdinger-kohlekraftwerk.de/
Das geplante Kraftwerk von Bayer in Uerdingen sei ein „Klimakiller“. Diese Auffassung vertreten Der Niederrheinische Umweltschutzverein, der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) NRW, die Coordination gegen BAYER-Gefahren, die Grünen Krefeld und Duisburg, das Umweltforum Duisburg, der Bürgerverein Mündelheim und die Bürgerinitiative Saubere Luft. Sie protestieren gegen die damit „einhergehende unzumutbare Luftverschmutzung“ und fordern die Krefelder Parteien auf, an ihrer Ablehnung des von den Firmen Trianel und Bayer geplanten Steinkohlekraftwerks festzuhalten.
Der Krefelder Stadtrat hatte sich im Frühjahr mit den Stimmen von CDU, SPD und Grünen gegen das Projekt ausgesprochen. Unter dem Einfluss der Gewerkschaft IG BCE seien die Krefelder Sozialdemokraten jedoch eingeknickt, so die Verbände: Auf einem Sonderparteitag am 8. Oktober, zu dem eigens Sigmar Gabriel anreisen wird, solle nach dem Willen der Parteispitze dem Bau eines Kohlekraftwerks nun doch zugestimmt werden.
Die Umweltgruppen fordern die Delegierten des Unterbezirksparteitags auf, der Parteiführung nicht zu folgen und an ihrem Nein festzuhalten. Zum SPD-Parteitag am 8. Oktober wollen die Initiativen daher Proteste organisieren.
Ulrich Grubert, aus Protest gegen das Kohlekraftwerk bereits zweimal in einen Hungerstreik getreten, von Niederrheinischen Umweltschutzverein fragt, wie man es den Bürgern erklären soll erklären, dass sie auf der einen Seite schadstoffärmere Fahrzeuge erwerben und umweltfreundlichere Öl- oder Gasbrenner in ihre Immobilien einbauen sollen, und auf der anderen Seite mit einem Steinkohlekraftwerk vor der Haustür konfrontiert werden. „Immerhin würde das geplante Kraftwerk mehr CO2 emittieren als ganz Krefeld zusammen – inklusive aller Industrieanlagen“, meint Grubert. Herbert Mommertz von der Bürgerinitiative Saubere Luft sagt: „Nachdem nun gerichtlich festgestellt ist, dass wir Bürger ein Recht auf saubere Luft haben, muss auch der Ausstoß von Feinstaub durch Industrieanlagen – und dazu gehören insbesondere Kohlekraftwerke – drastisch reduziert werden. Der Bau weiterer „Dreckschleudern“ wäre kontraproduktiv.“
Claudia Leiße (Grüne) betont: „NRW braucht dringend ein Energiekonzept, denn hier wird Strom für die gesamte Bundesrepublik produziert und noch darüber hinaus. Es kann aber nicht sein, dass die Bürger im dichtbesiedelten Raum alle Nachteile „schlucken“ müssen.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







