Duisburg: Kliniken unter Sparzwang
VON SANDRA KAISER - zuletzt aktualisiert: 17.11.2007Duisburg (RPO). Höhere Ärztegehälter, 19 Prozent Mehrwertsteuer, explodierende Energiepreise – der Kostendruck auf die Kliniken wird immer größer. Oftmals ist Stellenabbau die Folge. Wir haben nachgefragt, wie es den Duisburger Häusern geht.
„Der Kostendruck ist immens“, bestätigt Gerd F. Wengeler, Geschäftsführer des Bethesda-Krankenhauses. Die Budgets der Häuser dürfen maximal 0,64 Prozent steigen. Das ist gesetzlich geregelt. Gleichzeitig wird jede Rechnung um 0,5 Prozent Sanierungsabgabe für die Krankenkassen gekürzt. Bleiben 0,14 Prozent Mehrerlöse. „Auf der anderen Seite kommen hohe Kosten auf uns zu, etwa die Mehrwertsteuererhöhung“, so Wengeler. Hinzu kämen tarifliche Gehaltserhöhungen für Ärzte von bis zu drei Prozent. „Das können wir gar nicht alles auffangen“, sagt Wengeler. „Uns drohen rote Zahlen.
„Wir sind in Not“. Das sagt Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Er beklagt die Kostenexplosion durch höhere Ärztegehälter, höhere Mehrwertsteuer und allgemeine Kostensteigerungen – etwa bei den Energiepreisen. Allein die Tariferhöhungen für Ärzte summieren sich auf jährlich 1,5 Milliarden Euro. Rund 30 Prozent der Kliniken schreiben Defizite. Um auf die schlechte Finanzlage zu reagieren, wird überall Personal abgebaut. Auch in Duisburg ist die Situation angespannt.
Udo Lavendel, Geschäftsführer der Malteser-Krankenhäuser St. Anna und St. Johannes, rechnet mit allgemeinen Kostensteigerungen von drei bis fünf Prozent pro Jahr. „Auf der anderen Seite zieht sich das Land NRW mehr und mehr aus der Investitionsfinanzierung zurück“, erklärt er. Für 2007 und 2008 gebe es keine Förderung für Umbaumaßnahmen mehr. Die Folge: Die Krankenhäuser müssen nun aus ihren Betriebsmitteln heraus zunehmend die großen Investitionen tätigen. Und dennoch werden die Malteser-Einrichtungen in diesem Jahr schwarze Zahlen schreiben. „Aber nur, weil wir in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet und Rücklagen gebildet haben“, so Lavendel. Die Mitarbeiter hätten nichts zu befürchten. „Die Gehälter sind bis Ende 2008 stabil.“
Auch das Klinikum Duisburg konnte dem Kostendruck bis jetzt standhalten. Verwaltungschefin Claudia Scherrer rechnet mit einer schwarzen Null oder einem leicht positiven Ergebnis für 2007. „Das aber auch nur, weil wir in den vergangenen Jahren viel an den Personal- und Sachkosten gearbeitet haben“, schränkt sie ein. So seien mehrere Stellen im Pflege-, und Arzt- und Verwaltungsbereich nicht mehr neu besetzt worden. Um Sachkosten zu sparen, habe man sich einer Einkaufsgenossenschaft angeschlossen und Synergieeffekte genutzt. „Wir versuchen, hier mal 50 und da mal 30 Euro zu sparen. Das ist mühselig, aber es rechnet sich“, erläutert Scherrer.
Das Katholische Klinikum erwartet trotz des hohen Kostendrucks ebenfalls schwarze Zahlen. „Eine Reduktion der Kosten haben aber auch wir immer fest im Blick“, betont Pressereferentin Barbara Jung. Gespart werden könne auch, indem man an den Schnittstellen arbeite und die einzelnen Behandlungsschritte besser aufeinander abstimme. „Dies führt zu einer kürzeren Aufenthaltszeit der Patienten in unserem Haus und damit auch zu geringeren Kosten.“
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