Duisburg: Knapp an der Katastrophe vorbei
VON H. CHUDOBBA UND C. SCHWERDTFEGER - zuletzt aktualisiert: 23.02.2010 - 07:08Die Ursache für den Austritt von Kohlenmonoxid in einem Haus an der Weseler Straße in Marxloh/Fahrn am Sonntag ist ermittelt. Wie die Polizei am Montag mitteilte war das Abluftrohr der mit Anthrazitkohle betriebenen zentralen Heizungsanlage verstopft.
Das bei der Verbrennung entstehende geruchslose und unsichtbare Gas konnte sich somit unbemerkt ausbreiten.
Dass die Bewohner des Gebäudes haarscharf an einer Katastrophe vorbeigeschlittert sind, wird ihnen möglicherweise inzwischen klar sein. Sie müssen einen besonders aufmerksamen Schutzengel gehabt haben. Von den zehn Betroffenen, die am Sonntag zur Behandlung ins Krankenhaus kamen, gehören sieben zu einer Familie.
Der Familienvater war der erste, bei dem sich besorgniserregende Krankheitssymptome zeigten. Gegen 6.30 Uhr war er von dem alarmierten Notarzt untersucht worden. Die Retter vermuteten zu diesem Zeitpunkt noch einen internistischen Notfall und brachten den Mann ins Krankenhaus. Zweieinhalb Stunden später jedoch bot sich den erneut alarmierten Rettungskräften ein ganz anderes Bild. Jetzt klagten alle anderen sechs Familienmitglieder über Übelkeiten und Unwohlsein, waren benommen beziehungsweise bereits bewusstlos.
Sofortige Ermittlungen ergaben, dass alle Opfer einer Kohlenmonoxidvergiftung geworden waren. Um sie gezielt behandeln zu können, wurden sie ebenso wie der Vater der Familie in eine Dorsten Spezialklinik gebracht, wo eine Druckkammer zur Verfügung steht. Zwei 35 und 41 Jahre alte Frauen sowie ein 45-jähriger Mann, die zwischenzeitlich das Haus betreten hatten, kamen ebenfalls vorsorglich ins Krankenhaus, weil sie über Atembeschwerden klagten.
Der Gesundheitszustand der sieben Familienmitglieder hat sich zwischenzeitlich gebessert. Mit Ausnahme der Mutter und von zwei jüngeren Kindern konnten alle das Krankenhaus bereits wieder verlassen und werden auch keine bleibenden Schäden haben.
Das ist renovierungsbedürftig
Das Gebäude, in dem das Kohlenmonoxid austrat, steht offensichtlich kurz vor der Renovierung. Das baugleiche Nachbargebäude ist bereits modernisiert, es steht zum Verkauf. Das Haus, in dem es zur Beinahe-Katastrophe kam, war am Montag verlassen. Die Hofeinfahrt des stark renovierungsbedürftigen Hauses ist voll mit Bauschutt und Sandbergen. Spitze Metallstangen liegen dort am Boden. Der Hinterhof gleicht einer Trümmerlandschaft, eine alte Toilettenschüssel steht auf der mit Bauschutt überhäuften Terrasse. Die Tür, die vom Haus aus zum Garten führt, ist frisch zugemauert, ein alter Holzzaun grenzt den Garten vom Nachbargrundstück ab. Wann die Familie wieder in ihr Haus zurückkehren kann, stand am Montag noch nicht fest.
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