Duisburg: Köln holt den MSV-Fan
VON HILDEGARD CHUDOBBA - zuletzt aktualisiert: 16.09.2008Duisburg (RPO). In zehn Tagen fällt die endgültige Entscheidung: Am 26. September wird der Verwaltungsrat der Sparkasse Köln Bonn (Bilanzsumme 31 Milliarden, Duisburg fünf Milliarden Euro) über den neuen Mann an der Spitze abstimmen. Nach der Empfehlung, die gestern der erweiterte Strategieausschuss mit Vertretern der Ratsparteien in der Domstadt aussprach, besteht an der Wahl Artur Grzesieks kaum noch Zweifel.
So sehr ihn seine neue Aufgabe reizt, so ungern kehrt Artur Grzesiek seinem jetzigen Arbeitsort Duisburg den Rücken. Vor fast genau sieben Jahren wechselte der gebürtige Ruhrgebietler von der Sparkasse Castrop-Rauxel nach Duisburg. In Windeseile erarbeitete sich der Sozialdemokrat den Ruf, sein Haus sachorientiert und nicht nach parteipolitischen Interessen zu führen. Seine offene, kollegiale Art erleichterte ihm von Anfang an die Arbeit.
Als unsere Redaktion vor drei Wochen exklusiv über das Angebot aus Köln berichtete, war die Enttäuschung bei der Belegschaft groß. Denn so einen guten und beliebten Chef wollte man nicht gerne ziehen lassen. Und auch im Duisburger Sport gab es lange Gesichter.
Denn Artur Grzesiek ist in den vergangenen sieben Jahren nicht nur bekennender (und im Vereinsaufsichtsrat aktiver) MSV-Fan geworden, sondern förderte und unterstützte auch die Fußballerinnen vom FC-Rumeln im Rahmen seiner Möglichkeiten. Beim MSV hofft man nun, dass der Sparkassenchef nicht noch einmal einen solchen Fan-Wandel vollzieht wie vor sieben Jahren. Denn als Artur Grzesiek in Duisburg seine Stelle antrat, war er noch bekennender Dortmund-Anhänger.
Im Gespräch mit unserer Redaktion deutete er allerdings bereits an, er könne sich nicht so recht vorstellen, sich mit dem Engagement, das er beim MSV zeigt, nun bei den Geißböcken zu betätigen. Und dass er gar aus Duisburg wegzieht, auch nicht. Denn der Vater von zwei erwachsenen Kindern fühlt sich an seinem Wohnort Innenhafen sehr wohl.
Zu welchem Termin er genau Duisburg verlassen wird, ist noch offen. Einerseits hoffen die Kölner darauf, ihn möglichst schnell in der Domstadt in Empfang nehmen zu können – möglichst schon im November, spätestens im Dezember – andererseits muss in Duisburg geklärt werden, wer an die Spitzenposition rückt. Das aber ist noch nicht entschieden.
Es ist davon auszugehen, dass (auf jeden Fall vorübergehend) Grzesieks Stellvertreter Hans-Werner Tomalak die Führung des Hauses übernehmen wird. Der Christdemokrat genießt gleichfalls bei der Belegschaft hohes Vertrauen und hat sich wie Grzesiek von ganz unten an die Sparkassenspitze hochgearbeitet. Als Christdemokrat sollte ihm eine Zusammenarbeit mit der Stadtspitze zudem keine Probleme bereiten. Hauptausschuss und Verwaltungsrat der Sparkasse Duisburg werden das Personalproblem mit Sicherheit in möglichst kurzer Zeit lösen wollen.
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