Duisburg: Königstraße wurde zur Nostalgiemeile
zuletzt aktualisiert: 18.08.2008Duisburg (RPO). Capri, Taunus oder Kadett lauteten die Namen der einschlägigen Autotypen der fünfziger, sechziger und siebziger Jahre: die automobilistischen Träume vieler damaliger Zeitgenossen. Beim ersten Nostalgiemarkt „Zeitreise“ auf der Duisburger Königstraße waren am Wochenende zahlreiche Vertreter dieser chromblitzenden und weißwandbereiften Old- und Youngtimer angerollt und vermittelten den Betrachtern hautnahe Eindrücke, als erste Fernreiseziele in der Säuglingsära der Bundesrepublik nach Rimini an die Adria lockten. Ganz nach Gusto der Nostalgiefahrzeugeigner konnten die Old- und Youngtimer bei entsprechend dicker Brieftasche gleich gekauft oder, wenn sich der Besitzer nicht von seinem Schätzchen trennen wollte, nur bestaunt werden.
Genau genommen werden als Oldtimer Automobile mit einem Baujahr älter als 30 Jahre und als Youngtimer solche Gefährte bezeichnet, die zwischen 29 und 15 Jahren vom Produktionsband liefen, erläuterte Bruno Deutzmann von der mit veranstaltenden Firma Cölln Konzept. „Wir waren auf den Nostalgiemarkt Zeitreise bei einer Veranstaltung von Cölln Konzept im Rheinenergiestadion aufmerksam geworden. Das hat uns gefallen und wir haben gemeint, dass so etwas auch in Duisburg gut ankommt“, erklärte Bernd Kasten von Duisburg Marketing. Es dauerte nicht lange und die Verabredung zum ersten Duisburger Nostalgiemarkt „Zeitreise“ stand.
Doch über die Autoschau ging der Markt weit hinaus . 20 Händler, eine gesunde Mischung aus Profis und Enthusiasten, wie Bruno Deutzmann versicherte, präsentierten ein ausgesuchtes Angebot mit allerlei Krimskram und Wertvollem aus vielen Jahrhunderten. Dabei fand sich angefangen bei Münzen aus römischer und byzantinischer Zeit, über Schelllackschätzchen und Langspielplatten, alten Büchern und Accessoires, Tinnef und Kitsch aus vergangenen Jahrzehnten für jeden Geldbeutel etwas Passendes. Es waren Erinnerungen an die gute alte Zeit, in denen die Besucher des Marktes nach Herzenslust schwelgen konnten, als Kaffee noch nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit als Pad oder lösliches Instantpulver verfügbar war, sondern die braunen Bohnen erst durch eine Mühle geleiert und anschließend mit kochendem Wasser in Kanne oder Filter aufgebrüht werden mussten, bevor aromatischer Duft durch alle Räume zog. Genau solche Mühlen gab es in verschiedensten Ausführungen auf dem Markt genau wie Telefone, die noch richtig klingelten, Bügeleisen mit Holzkohlebetrieb oder Rechenmaschinen, die nicht auf Knopfdruck das richtige ausspuckten, sondern erst angekurbelt werden mussten.
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