Duisburg: Kommentar: Geschlossene Gesellschaft
VON HILDEGARD CHUDOBBA - zuletzt aktualisiert: 05.12.2009Duisburg (RPO). Die Werkstatt für Behinderte glänzte in der Vergangenheit nicht durch viel Öffentlichkeit. Aus gutem Grund? Die gemeinnützige Einrichtung stünde vor einem unglaublichen Skandal, sollte sich bewahrheiten, dass der verstorbene Geschäftsführer (lange Jahre Kassierer im SPD-Unterbezirksvorstand) und in seiner Folge eine nahe Verwandte der Korruption im Unternehmen Vorschub geleistet haben sollte.
Der neuen Geschäftsführerin, die weit ab ist von jeglichen politischen Geflechten in dieser Stadt, lag es mit Sicherheit fern, ihren Vorgänger schlecht zu machen.
Aber es ist ihre Pflicht, dem Verdacht nachzugehen, wenn es in ihrem Hause Fälle von Korruption oder gar Erpressung gegeben haben sollte. In der Einrichtung brodelt seit dieser Woche die Gerüchteküche. Da ist plötzlich von Gefälligkeiten, Vergünstigungen, falschen Abrechnungen und ähnlichen Dingen die Rede, von denen viele gewusst haben sollen, aber aus Sorge um ihren Arbeitsplatz nicht redeten. Gut möglich, dass die Mitglieder der Aufsichtsgremien völlig überrascht worden sind.
Oder waren einzelne von ihnen Begünstigte oder Duldende dieses Systems? Schnelle und lückenlose Aufklärung ist jetzt von Nöten, um Schaden von der Einrichtung abzuwenden. Schon allein die dort tätigen Behinderten haben das mehr als verdient.
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