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Duisburg: Kraftwerk in Baerl geplant

VON JOSEF POGORZALEK - zuletzt aktualisiert: 13.10.2007

Duisburg (RPO). Die Mingas-Power GmbH will eine Grubengas-Verwertungsanlage im Binsheimer Feld errichten. In dem Landschaftsschutzgebiet soll Methan verbrannt und Strom für 12 000 Haushalte gewonnen werden.

Info

Im ganzen Ruhrgebiet

Die Mingas-Power GmbH betreibt zurzeit 40 Grubengasmotoren an zwölf Standorten im Bereich-Ruhrgebiet / Niederrhein. Die kleine Firma hat keine eigenen Mitarbeiter. Das Management liegt in den Händen von fünf Personen, die von der Evonik Steag GmbH und RWE abgestellt werden. Die Wartung der Anlagen übernehmen Servicefirmen. Das in Baerl geplante Investment beläuft sich auf rund acht Millionen Euro.

Groß war die Empörung, als vor einigen Jahren geplant wurde, Windenergieanlagen im Binsheimer Feld zu errichten. Nun könnte den Baerler ein neuer „Aufreger“ ins Haus stehen: Die Mingas-Power GmbH aus Essen will im Binsheimer Feld eine Grubengas-Verwertungsanlage bauen. Geplant sind vier Blockheizkraftwerke, in denen Methangas verbrennt und Strom erzeugt wird. Die Leistung soll insgesamt 7,6 Megawatt betragen. Daraus könne Strom für rund 12 000 Haushalte gewonnen werden.

Die Verbrennung des Grubengases Methan ist ökologisch sinnvoll, erläuterte gestern Dipl-Ing. Andreas Brandt von Mingas-Power. Werde es nicht verbrannt, so ströme an die Erdoberfläche und weiter in die Atmosphäre, wo es die Ozonschicht angreife: „Es ist 25 Mal schädlicher als Kohlendioxid.“ Deshalb falle die Errichtung von Methan-Verwertungsanlagenanlagen unter das Gesetz für erneuerbare Energien. Das bedeutet: Der daraus gewonnene Strom wird mit öffentlichen Mitteln gefördert (6,65 Cent pro Kilowattstunde).

Optimaler Standort

Die Mingas-Power GmbH betreibt bereits Verbrennungsanlagen am verfüllten Schacht Gerdt und „saugt“ an Gasleitungen des Schachtes Walsum. Die neue Anlage sei nötig, weil der Schacht Walsum Mitte 2008 stillgelegt wird. „Dann füllt er sich mit Wasser, so dass wir dort keinen Zugriff mehr haben“, erläuterte Brandt. „Leider Gottes“ habe sich das Binsheimer Feld als bester Standort für die neue Verbrennungsanlage erwiesen.

Das Projekt solle für die Baerler „so verträglich wie möglich“ abgewickelt werden, so Brandt: „Wir wollen keinen stören und möchten so weit wie möglich von den Anwohnern weg.“ Wo genau die Anlage stehen solle, sei noch nicht festgelegt. Brandt spricht von „östlich der Schulstraße“. Auch müssten noch Gespräche mit der Unteren Landschaftsbehörde geführt werden – das Binsheimer Feld ist Landschaftsschutzgebiet. Nach einem Grundstück müsste allerdings nicht lange gesucht werden: Ein Teil des Binsheimer Feldes gehört der Montan-Grundstücksgesellschaft, die wie die Mingas-Power ein Tochterunternehmen von Evonik (ehemals RAG) ist.

Solche Ungetüme wie Windkrafträder müssen die Baerler allerdings nicht befürchten. Die Verbrennungsanlage werde inklusive Kamin sechs bis acht Meter hoch werden. Inklusive Lärmschutzwand würde sie eine Fläche von bis zu 2000 Meter bedecken (ca. ein Viertel bis ein Drittel eines Fußballfelds). Die Lärm-Emission, so Brandt, bleibe in den gesetzlich festgelegten Grenzen. Zudem gibt es ein Trostpflaster: Die Verbrennungsanlage ist keine dauerhafte Einrichtung. Brandt rechnet mit einer Betriebsdauer von fünf bis zehn Jahren ab Ende 2008 / Anfang 2009: „Dann wird die Anlage abgebaut und der ursprüngliche Zustand des Feldes wieder hergestellt.“

Quelle: RP

 
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