Duisburg: Krebsgefahr gebannt
VON NILS HERRMANN - zuletzt aktualisiert: 08.08.2008Duisburg (RPO). Die Kernsanierung der Heinrich-Heine-Gesamtschule ist nach sechs Jahren endlich abgeschlossen. Über 11 Millionen Euro wurden investiert, um gesundheitsschädliches PCB zu entfernen, die Fassade zu erneuern und die Klassenräume auf Vordermann zu bringen.
rheinhausen Nicht ohne Stolz informierte gestern Uwe Rohde, Geschäftsführer des Immobilien-Management-Duisburg (IMD), über das Mammut-Projekt, das eine „gewaltige Aufgabe“ gewesen sei: Sechs Jahre und über 11 Millionen Euro hat der Umbau der Heinrich-Heine-Gesamtschule verschlungen. Jetzt konnten die „bisher umfassendsten Sanierungsarbeiten an einem Schulgebäude im Stadtgebiet“ beendet werden.
Nötig wurden die Arbeiten, als in dem über 40 Jahre alten Komplex am Flutweg Ende der 90er Jahre, bedenkliche PCB-Konzentrationen in den Klassenräumen gemessen wurden. „Die Raumluft hatte den Grenzwert um hundert Prozent überschritten – die höchste bisher von uns festgestellte Belastung“, berichtet Rohde. Schnelles handeln war gefragt, denn die Chlorverbindung, die massenhaft im Anstrich und dem Dichtmittel der Außenfassade verwendet wurde, ist krebserregend. In den 60er Jahren war das noch nicht bekannt.
„Verrückte Bauweise“
An einer Kernsanierung, also der Erneuerung der Bausubstanz von Grund auf, habe kein Weg vorbei geführt, erklärt Rohde. Die „verrückte Bauweise“ der Fassade bereitete Probleme. Diese besteht aus einzelnen Kacheln, die in ein Betonskelett eingelassen sind. Alle PCB-belasteten Kacheln seien herausgenommen und gegen neue aus Keramik getauscht worden. Dieser Vorgang habe vor allem die Architekten viele Nerven gekostet. „Die Statik der Fassade war gefährdet, ein Architekturbüro ist sogar abgesprungen“, erzählt der Mann vom IMD.
Andere Widrigkeiten kamen hinzu: Zwei Baufirmen seien während der Sanierungsmaßnahme Pleite gegangen und der Schulbetrieb musste weiterlaufen. „Das war für uns alle nicht einfach“, räumt Uwe Rohde ein. Daher sei er froh, dass die Kooperation mit der Schulleitung konstruktiv, wenn auch nicht immer kampflos gewesen sei.
Große Dankbarkeit drückte gestern im Namen der Gesamtschule Barbara Struwe aus. Eine ausgesprochen schöne Schule übergebe das IMD nach den Sanierungsarbeiten, lobte die kommissarische Schulleiterin. Nicht nur von außen erstrahlt das Gebäude in neuem mattgelben Glanz. IMD und Schulleitung nutzen die Gelegenheit und gestalteten in gemeinsamer Abstimmung das Innere um. Alle Klassen- und Fachräume erhielten einen frischen Anstrich sowie neue Böden. Die technische Ausstattung wurde überarbeitet und eine neue Heizungsanlage verbaut.
Besonders stolz zeigte sich Struwe über die hergerichteten Naturwissenschaftsräume – jeweils drei für Chemie und Physik. Die neue Cafeteria im Eingangsbereich und die Schülerbibliothek seien zudem eine willkommene Bereicherung, die es vor der Sanierung nicht gab. Schmuckstück sei aber der erst kürzlich fertig gewordene Innenhof mit Bäumen und zwei Schachtischen. „Die Schüler werden bestimmt sehr überrascht sein“, vermutet Barbara Struwe. Ab kommender Woche kehren sie aus den Sommerferien zurück.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







