Duisburg: Kreuzung wird zur Probe gesperrt
VON HILDEGARD CHUDOBBA - zuletzt aktualisiert: 14.05.2010 - 09:30Duisburg (RPO). Im September will die Stadt für zwei Wochen an der stark frequentierten Kreuzung Steinsche Gasse/Schwanenstraße die Ampeln abschalten und eine Zone schaffen, durch die sich Motorisierte, Zweiradfahrer und Fußgänger gleichberechtigt bewegen. Stichwort: shared space.
Die Kreuzung neben dem Rathaus ist eine der wichtigsten in der Innenstadt. Schätzungsweise 10 000 motorisierte Verkehrsteilnehmer passieren täglich dieses Scharnier zwischen der Innenstadt, Ruhrort und Hochfeld. Über diese Straßen fließt ein Großteil des Verkehrs, der vom Marientor kommt oder zum Hafen will. Und genau diese Kreuzung will Stadtbaurat Jürgen Dressler dichtmachen?
Er will. Die RP hat schon vor Wochen die Plänen der Innenstadtentwicklungsgesellschaft vorgestellt, die in Anlehnung an die Masterplanideen von Foster hier die Lebensqualität erhöhen will. Erreicht werden soll das unter anderem durch eine aufgepflasterte Fläche, über die sich Radfahrer, Fußgänger und alle Motorisierten in gegenseitiger Rücksichtnahme gleichberechtigt (und mit höchstens sieben Stundenkilometern) bewegen. In die Tat umgesetzt wurde dies bereits vor dem Stadttheater. Doch im Vergleich ist der dortige Straßenabschnitt wenig verkehrsbelastet.
Ampelanalage wird abgeschlatet
Vom 12. bis zum 26. September – so ist geplant – wird die große Ampelanlage auf der Kreuzung Steinsche Gasse/Schwanenstraße abgeschaltet. Um deutlich zu machen, dass diese Fläche Teil des öffentlichen Lebensraumes ist und ein Bindeglied zwischen dem Innenhafen und der Königstraße sind im Aktionszeitraum verschiedene Veranstaltungen auf der Kreuzung geplant. Da könnte es zum Beispiel ein Kinderfest geben oder auch ein Platzkonzert. Denkbar ist, dass ein Café mitten auf der Straße zum Verweilen einlädt oder eine Partei die Bürger zu einer Podiumsdiskussion unter freiem Himmel bittet. Der Fantasie sind hier (noch) keine Grenzen gesetzt.
Vom 23. bis zum 26. September wird der Rathausturm zudem im Rahmen einer Licht-Klang-Aktion in den optischen Mittelpunkt gerückt. Das gesamte Programm ist eingebettet in das Kulturhauptstadtjahr und in die Projektreihe "Temporäre Stadt". Die Zukunft des öffentlichen Raumes wird zeitgleich nicht nur in Duisburg, sondern auch in den Kulturhauptstädten Istanbul/Türkei und Pécs/Ungarn diskutiert. Dabei geht es unter anderem darum, wie sich das Klima durch eine geänderte Stadtplanung/-gestaltung positiv beeinflussen lässt. Aus diesem Grunde wird die TU Dortmund das Projekt wissenschaftlich begleiten.
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