Duisburg: Kritiker: "Am Ende werden wir siegen"
zuletzt aktualisiert: 11.06.2009Duisburg (RPO). Baerl (skai) Es waren so einige Punkte in den Vorträgen der Vertreter von Mingas und der Bezirksregierung, mit denen die Mitglieder der Initiative "Kein Grubengas in Baerl" nicht einverstanden waren. Christoph von Reden etwa betonte, er verstehe das Argument nicht, dass eine Schrägbohrung nicht funktioniere. Bei Ölbohrungen werde die Methode ja auch angewandt. "Dann könnte man einfach von woanders aus bohren und nicht mitten im Wohngebiet", so von Reden. "Das ist technisch nicht möglich", hielt Mingas-Geschäftsführer Andreas Minke dagegen. Eine Schrägbohrung sei nicht exakt genug. Ölfelder seien mehrere Kilometer lang. Da sei es nicht schlimm, wenn man ein paar Meter weiter links oder recht rauskomme. "Die Grube, die wir treffen wollen, liegt in 650 Metern Tiefe und ist nur zwei bis drei Meter breit. Die treffe ich nur, wenn ich lotrecht bohre."
Auch verstehen die Baerler nicht, warum Bohrloch und Kraftwerk nicht weiter auseinander liegen können – dann läge wenigstens das Kraftwerk weiter weg. "Man könnte einen Zwischenverteiler einbauen", räumte Mingas-Projektleiter Andreas Brandt ein. "Aber dann würde an dieser Stelle Lärm entstehen, den wir dämmen müssten. Dann kann ich auch gleich das Kraftwerk an diese Stelle setzen."
Ins Schwimmen geraten
Das ließ Christoph von Reden nicht gelten. "Ein Zwischenverteiler macht nicht so viel Lärm wie ein Kraftwerk", argumentierte er und warf Mingas vor, aus Kostengründen auf eine längere Leitung zu verzichten. "Und deshalb verzichten Sie auch darauf, ein Unternehmen zu beauftragen, das Schrägbohrungen vornehmen kann." Die Mingas-Geschäftsführung gab schließlich zu, dass natürlich auch wirtschaftliche Faktoren eine Rolle spielten.
Alexandra Erwig, Sprecherin der Initiative, wirft Mingas zudem vor, falsche Angaben zu machen und die Auswirkungen zu verharmlosen. Der Abstand zwischen den Häusern an der Schulstraße und dem Kraftwerk am Bendweg etwa betrage 160 Meter – nicht, wie Mingas behaupte, 190 Meter. Das Gelände falle auf dieser Strecke um bis zu zehn Meter ab, was nicht berücksichtigt worden sei. "Die Anwohner werden von ihren Häusern aus direkt auf das Kraftwerk blicken können. Und was ich sehe, höre ich auch", betonte sie. Der TÜV Rheinland habe ihnen bereits bestätigt, dass die Lärmschutzziele nicht eingehalten werden könnten.
Erwig zeigte sich gestern "sehr zufrieden". "Wir haben den Eindruck, dass Mingas sehr ins Schwimmen geraten ist. Das war ein guter Abend für uns." Gleich am nächsten Tag habe die Initiative ihre Klage beim Düsseldorfer Verwaltungsgericht eingereicht. "Wir werden jetzt nach und nach alle Schwachpunkte der Konzepts aufdecken. Am Ende werden wir siegen", zeigte sie sich sicher.
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