Duisburg: Kulturhauptstadt eröffnet
VON INGO HODDICK - zuletzt aktualisiert: 04.01.2010Duisburg (RPO). Dass die Duisburger Philharmoniker in Zusammenarbeit mit ihrer Gesellschaft der Freunde ein Neujahrskonzert in der ausverkauften Mercatorhalle geben, das hat schon seit Jahren Tradition.
Diesmal war das aber etwas Besonderes, es handelte sich nämlich um die allererste Duisburger Veranstaltung der Kulturhauptstadt Ruhr 2010. Nach einem pseudo-dynamischen Werbefilmchen und stolzen Grußworten von Duisburgs Kulturdezernent Karl Janssen ging es los.
Das Programm war klug ausgewählt und hatte drei wechselnde rote Fäden. Vor allem waren das vier ebenso effektvolle wie bekannte Orchesterstücke, von denen Generalmusikdirektor Jonathan Darlington besonders die ebenso kniffligen wie schwungvollen Ouvertüren zu "Candide" von Leonard Bernstein und "Donna Diana" von dem vor 150 Jahren geborenen Emil Nikolaus Edler von Reznicek gelungen in Klang-Szene setzte. Da gaben die Duisburger Philharmoniker ihr Bestes, und das ist nicht wenig.
Singender Solist
Der erst 26-jährige südkoreanische Bassbariton Kihwan Sim gewann beim Gesangswettbewerb "Neue Stimmen" in Gütersloh 2009 den zweiten Preis.
Sim machte in Seoul seinen Bachelor-Abschluss und setzt seit Oktober 2008 sein Studium in Hamburg bei Prof. Geert Smits fort.
Er beeindruckte mit stimmlicher Reife und darstellerischer Brillanz.
Einige Blechbläser-Solisten des Orchesters traten auch in konzertanten Werken hervor. Am meisten Eindruck machte die philharmonische Posaunengruppe, das sind Norbert Weschta, Fridolin Lürzel, Gerald Klaunzer und Lars Henning Kraft, mit dem fast jazzigen Concertino für Posauenquartett und Orchester von dem niederländischen und wahl-bayerischen Meister Jan Koetsier (1911-2006), der auch hier wieder einmal bewies, dass er am besten für Blechbläser komponieren konnte. Eine Entdeckung.
Der dritte rote Faden und das eigentliche Ereignis des Abends war freilich der junge Bassbariton Kihwan Sim, wie berichtet zweiter Preisträger des Gütersloher Gesangswettbewerbs "Neue Stimmen". Schon mit den ersten Tönen der ersten seiner vier Arien, der Registerarie des Leporello "Madamina" aus Wolfgang Amadeus Mozarts "Don Giovanni", gewann er das Duisburger Publikum. Sein Spektrum reichte hier bis zur Arie des Daland "Mögst du, mein Kind" aus Richard Wagners "Der fliegende Holländer".
Natürlich zeigte sich der britische GMD wieder als dirigierender Scherzkeks. Jedes Jahr wird er dabei lockerer. Als eine Delegation der Gesellschaft der Freunde der Duisburger Philharmoniker ihm Geschenke überreichte, darunter eine skurrile gelbe Flasche, fiel er ironisch übertrieben auf die Knie.
Champagner für die Musiker
Zu einer der vier Zugaben, Johann Strauß' "Champagner-Polka", verteilte er frisch eingeschenkte Gläser des edlen Getränks an einige Orchestermusiker.
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