Duisburg: Kunst gegen "wilde" Graffiti
VON CHRISTINA ALTEMEIER - zuletzt aktualisiert: 17.06.2009Duisburg (RPO). Claudia Walde (28), in der Sprayer-Szene unter "Mad C" bekannt, zaubert einen überdimensionalen chinesischen Glücksdrachen aus ihren Spraydosen auf die etwa 40 Meter lange Wand. Er ist eines von vielen beeindruckenden Graffiti-Kunstwerken im RheinPark in Hochfeld.
Graffiti sind nur hässliche Schmierereien an Häuserwänden – so denken viele. Seit dieser Woche kann man sich im RheinPark vom Gegenteil überzeugen. 65 Künstler aus aller Welt sprayen in den nächsten zwei Wochen spektakuläre Kunstwerke auf 4800 Quadratmeter Wandfläche.
Mit der Aktion "Graffiti gegen Graffiti" sollen illegale Sprayaktionen auf den ehemaligen Erzbunkerwänden an der Skateranlage verhindert werden. "Unter den Sprayern gibt es einen Ehrenkodex", so "Loomit" alias Matthias Koehler, "keiner übersprayt ein schon vorhandenes Bild." "Loomit" selbst ist schon seit 25 Jahren in der Szene aktiv und verdient sich mittlerweile seinen Lebensunterhalt als professioneller Sprayer.
"Ein Graffiti besteht aus den verschiedenen Tags, das sind die einzelnen Bildelemente, sowie aus dem künstlereigenen Stil, das ist die meist versteckte Unterschrift eines jeden Künstler in seinem Bild", erklärt "Loomit" den Unterschied zwischen Malerei und Graffiti. Er selbst gestaltet unter anderem die Kletterwand. Auf den ersten Blick erkennt man Gebirgsfelsen und einen Wasserfall. Dem genauen Beobachter fällt beim zweiten Blick jedoch auf, dass der Wasserfall ein großes "L" darstellt. Die restlichen Buchstaben seines Künstlernamen hat "Loomit" in den einzelnen Gebirgsfelsen versteckt.
90 Wandflächen
Im RheinPark stehen 90 Wandflächen zur Verfügung. "Als Thema wurde den Künstlern Natur, Umwelt, Industrie und Technik vorgegeben", erklärt Landschaftsarchitekt Lorenz Kehl, neben der EG DU und der Stadt einer der Organisatoren der Aktion. "Wir haben Sprayer aus der ganzen Welt mobilisiert, einer kommt sogar aus Australien." Ganz besonders stolz ist Lorenz Kehl jedoch darauf, dass auch Sprayer aus der lokalen Szene die Chance haben, sich auf der Skaterwand zu verewigen. "Etwa 20 Sprayer aus Duisburg arbeiten mit und können sich dabei Tipps von Profi ,Loomit' holen", so Kehl.
Beim Abschlussfest am Sonntag, 21. Juni, können zwischen 16 und 22 Uhr an der Skateranlage fertiggestellte Wände bewundert und zudem noch internationale Künstler bei der Arbeit verfolgt werden.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.






