Duisburg: Kunst und Handwerk ganz ohne Kitsch
VON GABI ADRIAN - zuletzt aktualisiert: 14.09.2010 - 09:16Duisburg (RPO). Schon der Zuweg verspricht ländliche Idylle. Hier steckt ein Kälbchen den Kopf durch den Zaun, dort grasen Esel auf dem Rheindeich. Der Himmel strahlend blau, wenn man von den wenigen Schäfchenwolken einmal absieht. Geparkt wird auf einer Kuhweide.
In Baerl erinnert nichts mehr an die Großstadt, hier herrscht Landleben. Die Landwirte Sibille und Reinhard Weyand begrüßten am Samstag und Sonntag ihre Gäste erneut zum Kunst- und Handwerkermarkt auf dem Steinschenhof.
Handgefertigter Modeschmuck
Das Warenangebot war breit gestreut und bot für jeden etwas. So konnten sich die Besucher an Kunstwerken aus Holz und Metall erfreuen, die aus Treibholz, Glas und alten Metallteilen hergestellt und zu wunderbaren Gartendekorationen mutiert waren. Auch Modeschmuck und Taschen waren zu finden. Der Stand von Designerin Vanessa Dreßen etwa war trotz der warmen Temperaturen am Samstag umlagert. Gestrickte Schals, witzige Mützen und dazu passende Armstulpen verkaufte Dressen. Hier ließ sich Ausgefallenes finden, die Besucher wurden außerdem eingehend beraten.
Die Unikate der Schmuckdesignerin Maria von Wedel erfreuten sich ebenfalls großer Beliebtheit. Ihre Schmuckstücke sind alle nach eigenen Entwürfen handgearbeitet und grenzen sich so zum industriell gefertigten Massenprodukt ab. Aus Silber, Gold, Perlen und Edelsteinen entstehen kleine Kunstwerke, die jede Frau gut kleiden.
Mancher Handwerker ließ sich bei der Arbeit über die Schulter schauen. Die Besucher konnten hautnah erleben, wie aus alten Besteckteilen Anhänger und Armreifen hergestellt werden oder wie Papier geschöpft wird. Die alte Kunst des Filzens erfreut sich auch zunehmender Beliebtheit. Gleich mehrere Aussteller boten ausgefallene Schals, Hüte und sogar Ketten aus diesem Material an.
Kulinarische Köstlichkeiten
Der Kunst- und Handwerkermarkt auf dem Steinschenhof bietet mehr als das, was bei solchen Veranstaltungen üblich ist. Hier wurde kein billiger Kitsch präsentiert, sondern fundierte Handwerkskunst, was sich selbst auf die kulinarischen Spezialitäten auswirkte. Es lohnte sich einmal verschiedene "Senfträume" zu probieren oder ein Stück Rohmilchkäse aus eigener Herstellung fürs Abendessen mit nach Hause zu nehmen.
Und genau das machten Sigrid und Bernd Uhlmann aus Wesel. Sie hatten das schöne Wetter am Samstag für eine Motorradtour genutzt. "Wir kommen jedes Jahr hierher", sagte Sigrid Uhlmann, "und wir finden immer irgendetwas Schönes für unser Haus oder den Garten."
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