Duisburg: Kunst unter der Kuppel
VON SINA ZEHRFELD - zuletzt aktualisiert: 21.06.2008Duisburg (RPO). Die Ditib-Merkez-Moschee in Marxloh soll bis Ende August fertiggestellt sein. Die Eröffnung ist für den 26. Oktober geplant. In den kommenden Wochen wird der Innenraum der Moschee zu einem großen Kunstwerk.
Ausschließlich Spenden
Die Eröffnung der Moschee war bereits für August geplant. Bei der Innengestaltung sei dann aber „immer mehr dazu gekommen“, so Mehmet Özay. Das kostete Zeit und Geld – wie der Bau überhaupt teurer werden wird als erwartet. Özay betonte, dass zusätzlichen Kosten ausschließlich durch Spenden getragen werden.
Die Deckenbemalung liefert einen Vorgeschmack auf zu erwartende Pracht. Decken und Wandabschnitte sind kunstvoll geschmückt mit filigranen floralen Mustern, ineinander verschlungenen Ranken. Leuchtendes Blau, dunkles Rot und Gold: Imposant ist es, aber nicht erdrückend. Sonnenstrahlen funkeln durch hellblaues Fensterglas: edel und doch freundlich, mit luftiger Leichtigkeit.
Als der Imam der Gemeinde einige Koran-Suren anstimmt, entfaltet sich seine Stimme, fängt sich unter den Kuppeldächern, schwingt durch den kühlen Saal. Was von der Innengestaltung der Ditib-Merkez- Moschee in Marxloh schon zu sehen ist, ist, das muss jeder Besucher anerkennen, wunderschön. Und die Akustik ist berauschend.
Davon abgesehen ist die Stimmung im Prachtbau aber noch ziemlich prosaisch. Die Rohre der Fußbodenheizung liegen auf nacktem Beton, ein Baugerüst füllt den gesamten Raum aus.
Fertig bis Ende August
Bis Ende August soll der Bau fix und fertig sein, kündigte der Vorsitzende der Türkisch-Islamischen Gemeinde, Mehmet Özay, gestern bei einer Pressekonferenz zum Stand der Dinge an. Wegen des Fastenmonats Ramadan soll die Eröffnungsfeier aber erst am 26. Oktober stattfinden. Dazu werden Vertreter der Landes- und Bundesregierung, politische Gäste aus der Türkei, Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften und des Europäischen Parlaments eingeladen.
Unter dem Motto „Begegnung der Kulturen“ soll sich dann eine Festwoche anschließen, bei der „der komplette Bau, alle Räumlichkeiten, zur Bühne“ werden, sagte Elif Saat, die Vorsitzende der Begegnungsstätte in der Moschee. Die Baukosten für die gesamte Anlage sind mit 7,7 Millionen Euro veranschlagt worden. Davon sollten 5,7 Millionen allein in die Errichtung des Gebäudes fließen.
200 000 Euro für Malereien
Die Innenausstattung ist nicht im Preis inbegriffen: Allein in die Malerei investiert die Gemeinde rund 200 000 Euro. Dafür bekommt sie „nur auf den ersten Blick eine klassische Bemalung einer Moschee“, ließ gestern der dafür verantwortliche türkische Künstler Volkan Altinkaya von einer Dolmetscherin übersetzen. Farbkombination und Muster seien einmalig. Die geschlungenen Ranken sollen das Zusammenleben der Kulturen symbolisieren – „Ich habe mich geistig auf diese Synthese konzentriert“, so Altinkaya. Sie stünden aber auch für „die Geschlossenheit der Gemeinde in der Finanzierung“ des Projektes.
Der Raum wird außerdem mit handgeschnitzten hölzernen Elementen versehen. Die Moschee werde „ein Ort, an dem türkisch-islamische Kunst in wunderbarer Weise gezeigt wird – quasi ein Ausstellungsraum.“
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