Duisburg: Leben für die Mission
VON JOSEF POGORZALEK - zuletzt aktualisiert: 27.10.2007Duisburg (RPO). Am morgigen Weltmissionssonntag feiert der Missionskreis St. Joseph Friemersheim sein 35-jähriges Bestehen. Die Mitglieder haben insgesamt über 270 000 Euro für Hilfsprojekte in aller Welt gesammelt.
Drei Ordner, prall gefüllt mit Fotos und Dankesbriefen: Es sind Dokumente einer 35 Jahre währenden Arbeit, die Hermann Stegers bewahrt. Vor 35 Jahren war er Gründungsmitglied des Missionskreises St. Joseph Friemersheim. Immer noch ist er dabei, immer noch ist er Kassierer des Kreises. Als solcher weiß er genau Bescheid: „Mehr als 270 000 Euro haben wir insgesamt gesammelt.“ Über 50 Projekte in armen Ländern wurden mit dem Geld unterstützt: in Indien, Brasilien, auf den Philippinen und anderswo. Besonders gerne erinnert sich Stegers an das allererste Projekt: Mit 51 400 Mark wurde der Bau einer Wasserversorgung im indischen Junwania finanziert. „Sie funktioniert noch heute“, freut sich Stegers.
Pater Donkers, damals Krankenhausseelsorger, regte 1972 die Gründung des Missionskreises an. Menschen in Not und Elend zu helfern: Der Gedanke fiel in der Gemeinde auf fruchtbaren Boden. „Wir waren mal über 40“, erinnert sich Stegers. Heute hält eine gute Hand voll Menschen den Kreis am Leben. Fast ein Familienunternehmen: Neben Stegers zählen seine Ehefrau Luise und seine Schwägerin dazu. „Nachwuchs“ zu finden sei so gut wie unmöglich. Das jüngste Mitglied des Kreises ist über 50, Stegers selbst zählt 81 Lenze.
Nicht nur die fehlenden Mitglieder erschweren die Arbeit des Missionkreises. Auch die Spendenbereitschaft habe drastisch nachgelassen. Früher habe es viele regelmäßige Spender gegeben. „Aber die sind alle verstorben.“ Heute falle ihm auf, dass „die kleinen Leute“ die Spendenwilligsten seien.
Aktionen wie in den frühen Jahren kommen für den Missionskreis nicht mehr in Frage. Da wurde fleißig Altpapier gesammelt. Ganze Container wurden gefüllt, alles hübsch sortiert, weil dies mehr Geld brachte. Heute hält sich der Kreis mit dem Verkauf von Handarbeiten, Marmeladen, Gebäck, Adventsschmuck auf Basaren und Märkten über Wasser. Eine Frauengruppe sorgt fleißig für Nachschub an Waren. Für regelmäßige Einkünfte sorgt aber vor allem eine Lottoaktion. Genau 3750 Euro kommen dabei alljährlich zusammen.
Die Ordner, die Stegers hütet, sie werden nicht mehr dicker. Seit 2002 unterstützt der Missionkreis nur noch die Andheri-Blindenhilfe. Die Organisation arbeitet in Indien und Bangladesh. „Mehr als eine Million Augenoperationen wurden bereits durchgeführt“, berichtet Stegers.
Trotz aller Widrigkeiten: Der Missionskreis hat allen Grund, stolz auf seine Arbeit zu sein. Morgen feiert er sein 35-jähriges Bestehen. Zur Feier des Tages wurde die Spiel- und Singschar „Pro Campesinos“ in den 11-Uhr-Gottesdienst an St. Joseph eingeladen. Auch sie singt, um notleidenden Menschen zuhelfen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







