Duisburg: Lehmbruck bleibt hier
VON PETER KLUCKEN - zuletzt aktualisiert: 12.12.2008Duisburg (RPO). Am Donnerstag gab die Stadt Duisburg offiziell die Erklärung heraus, dass nach mehrjährigen Verhandlungen mit der Erbengemeinschaft der Nachlass Wilhelm Lehmbrucks für Duisburg gesichert ist.
Schon seit Monaten hieß es im Rathaus und im Museum, dass der Lehmbruck-Nachlass „mit großer Wahrscheinlichkeit“ in Duisburg bleibt. Gestern wurde die lang erwartete offizielle Mitteilung veröffentlicht, die da heißt: „Nach beinahe vierjährigen Verhandlungen ist es gelungen, den umfangreichen Wilhelm-Lehmbruck-Nachlass dauerhaft für Duisburg zu sichern.“
Verkauf auf Kunstmarkt drohte
Aus dem künstlerischen Nachlass können nun – vertraglich gesichert – 33 Skulpturen, 18 Gemälde, 11 Pastelle, 819 Zeichnungen und 260 Druckgraphiken dazugewonnen werden. Diese 1141 Werke standen bisher nur als Leihgaben der Erbengemeinschaft Lehmbruck zur Verfügung. Zur Erinnerung: Jahrzehntelang befand sich der Lehmbruck-Nachlass als Leihgabe im Lehmbruck-Museum. Der gewohnte Zustand wurde in Frage gestellt, als die Lehmbruck-Erbengemeinschaft zu Jahresbeginn 2005 der Stadt Duisburg diesen Nachlass „vorrangig und befristet zum Kauf anbot“. Anders ausgedrückt: Kauft die Stadt den Lehmbruck-Nachlass nicht, dann zieht die Familie Lehmbruck die Werke aus dem Museum ab, um sie auf dem internationalen Kunstmarkt anzubieten.
Garantierte Expertise
Die „dauerhafte Sicherung“ des Lehmbruck-Nachlasses hatte fortan für das Lehmbruck-Museum die höchste Priorität. Die Kulturstiftung der Länder mit ihrer Generalsekretärin Isabel Pfeiffer-Poensgen begleitete von Beginn an intensiv die Verhandlungen mit der Erbengemeinschaft und garantierte zusammen mit der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum die kunsthistorische Expertise für das umfangreiche Nachlass-Konvolut; ein Angebot, das einem Teil der Lehmbruck-Erben wichtig war. Unter der Moderation von Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, Isabel Pfeiffer-Poensgen, Kulturdezernent Karl Janssen und Thomas Hüttemann, Präsident der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer, wurde ein Public-Private-Partnership-Modell zur Finanzierung entwickelt.
Die Finanzierung des Lehmbruck-Ankaufs sieht nun so aus: Am Erwerb beteiligen sich der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kulturstiftung der Länder, das Land Nordrhein-Westfalen und die Kunststiftung NRW zusammen mit sechs Millionen Euro. Die Stadt Duisburg ist mit fünf Millionen Euro mit dabei und – vermittelt durch Prof. Dr. Klaus Trützschler, Vorstandsmitglied der Franz Haniel & Cie GmbH sowie Jutta Stolle, Abteilungsdirektorin bei Franz Haniel & Cie. GmbH – drei Großunternehmen der Duisburger Wirtschaft: Franz Haniel & Cie. GmbH, Klöckner & Co SE (mit Dr. Thomas Ludwig, Vorstandsvorsitzender) sowie ThyssenKrupp Steel AG (mit Dr. Karl-Ulrich Köhler, Vorstandsvorsitzender) mit vier Millionen Euro.
Die Erbengemeinschaft Lehmbruck hat, so heißt es in der Presseerklärung der Stadt, einen „großzügigen Preisnachlass“ gewährt und sei dem Lehmbruck Museum durch Gewährung von Ratenzahlungen bis zum Jahre 2011 entgegengekommen. – Mitte Januar gibt es eine Lehmbruck-Schau im Museum.
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