Duisburg: Lehmbruck-Museum: Geschenkt und geliehen
zuletzt aktualisiert: 23.02.2012Duisburg (RP). Vier Künstler, vier Räume – das ist das Motto der neuen Ausstellung im Lehmbruck-Museum, die heute Abend, 19 Uhr, im Rahmen der sogenannten "plastikBar" eröffnet wird. Die vier Künstler sind: Hans-Peter Feldmann (Jahrgang 1941), Karl Otto Götz (Jahrgang 1914), Otto Piene (Jahrgang 1928) und Reiner Ruthenbeck (Jahrgang 1937).
Der Anlass der Ausstellung ist aus Museumssicht erfreulich: Von jedem dieser Künstler ist dem Museum in den vergangenen Jahren ein Konvolut von Arbeiten kostenlos zur Verfügung gestellt worden, geschenkt oder langfristig geliehen. Feldmanns Arbeiten wie der überdimensionale David, der vor dem Lehmbruck-Museum im Kant-Park steht, und weitere bunt gefasste Antikenkopien werden in der Präsentation ergänzt durch seine seltenen Künstlerbücher, die der in Düsseldorf geborene Künstler in den 1970er Jahren angefertigt hat.
In ihnen wird eine Karriere nachvollziehbar, die nach einer Schaffenspause in den 1980er und 1990er Jahren erst in den vergangenen 15 Jahren zum internationalen Durchbruch geführt hat. So erhielt Feldmann seit 2001 Einzelausstellungen unter anderem im Museum am Ostwall in Dortmund, der Pinakothek der Moderne in München oder dem Guggenheim Museum in New York.
Im Zentrum der Präsentation von Otto Piene stehen seine "Fleurs du Mal", die "Blumen des Bösen". Diese sich aufplusternden und wieder in sich zusammenfallenden skulpturalen Arbeiten des in Laasphe geborenen ZERO-Künstlers ergänzen seine jüngsten Arbeiten: Keramiken und Reliefs, halbastrakte Werke, die an Pienes uvre der 1950er und 1960er Jahre erinnern.
Karl Otto Götz' Präsentation konzentriert sich neben der Informel-Malerei des in Aachen geborenen Künstlers auf sein Spätwerk. Ab 2004 nahezu erblindet, arbeitet Götz seit dieser Zeit vermehrt mit Reliefs aus Ton, deren Strukturen er mit Händen und Füßen in das feuchte Material gräbt. Und auch die Keramikwürfel, in denen sich rundum Abdrücke von Körperteilen finden, sind nicht nur künstlerischer Ausdruck, sondern auch ein Weg des Malers, mit dem schwächer werdenden Augenlicht umzugehen.
Reiner Ruthenbeck schließlich, der von Oktober 2008 bis Januar 2009 eine große Retrospektive im Lehmbruck-Museum bekam, ist der vierte Künstler, dessen Werke in dieser Präsentation gezeigt werden. Seine Schenkungen früher Arbeiten, die hier erstmals zu sehen sind, ergänzen Werke, die der Arte Povera zuzuschreiben sind; wie etwa einer seiner Aschehaufen aus den 1960er Jahren. Der von Kurator Michael Krajewski und dem Künstler gemeinsam gestaltete Raum verdeutlicht so die ganze künstlerische Bandbreite des in Velbert geborenen Künstlers.
Info Zur heutigen Ausstellungseröffnung werden Reiner Ruthenbeck und Hans-Peter Feldmann als Gäste erwartet. Es sprechen Museumsdirektor Raimund Stecker und Ausstellungskurator Michael Krajewski. Der Eintritt zur Ausstellungseröffnung ist frei.
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