Duisburg: Leichtes Aufsitzen dank Rampe
VON STEFAN OSSENBERG - zuletzt aktualisiert: 24.10.2008Duisburg (RPO). Eine neu angeschaffte Vorrichtung sorgt beim Therapiereiten des Duisburger Reitvereins Biegerhof für ein besseres Arbeiten bei allen Beteiligten: Es bleibt mehr Zeit für die Reitstunde und die Konstruktion gibt den Tieren mehr Ruhe.
Huckingen Franz ist zehn Jahre alt, wiegt 850 Kilogramm und ist eines der beiden Therapiepferde, das beim Duisburger Reiterverein 64 Biegerhof eingesetzt wird. Franz kann sich nun, genauso wie die Eltern der hier reitenden, zum Teil schwerbehinderten, Kinder freuen: Die Therapiearbeit wird nun wesentlich entspannter. Denn der Verein verfügt nun über eine speziell angefertigte Rampe mit Geländer, die sowohl begeh- wie auch befahrbar ist. Das bringt viele Vorteile in der Therapiearbeit, berichtet die ausgebildete und ehrenamtlichtätige Therapeutin Nicole Hocks: „In der Vergangenheit mussten die nicht so schwer behinderten Kinder von einem kleinen, normalen, Hocker auf das Pferd steigen. Die Rollstuhlfahrer mussten von beiden Eltern hochgehoben werden. Für alle Beteiligten war das ziemlich anstrengend.“ Doch das gehört nun der Vergangenheit an: Auf der einen Seite der angeschafften Rampe können Leichtbehinderte über eine Treppe zur Plattform. Von da aus ist das Aufsteigen auf den Pferderücken einfacher als zuvor, erklärt Hocks. Auf der anderen Seite bietet eine Rampe die Möglichkeit, mit einem Rollstuhl auf die Plattform zu fahren. Ein Geländer hilft den Gehbehinderten, sich aufzuschwingen. „Das ist sehr nervenschonend für das Pferd“, so Hocks. Das Aufsitzen gehe zügiger, das Pferd müsse nicht so lange warten und hektische Bewegungen von der Seite, die zu Unruhe beim Tier führen könnten, würden entfallen.
Doch nicht nur Franz hat durch die neue Rampe Vorteile. „Die Kinder haben durch die Zeitersparnis mehr von der Therapie. Und die Eltern haben anschließend keine Rückenschmerzen“, erklärt die 37-Jährige.
Möglich wurde die Anschaffung durch eine Spende von Irene Knoch. Die erste Vorsitzende der Stiftung Kind Duisburg hatte schon den Kauf des ehemaligen Kutschpferdes Franz finanziert. Die nun angeschaffte Spezialanfertigung kostete 2000 Euro und ist die konsequente Weiterführung von Knochs Engagement für das hier stattfindende Theraphiereiten. „Als ich nach dem Kauf des Pferdes erfahren habe, dass es sogar fähig ist, Rollstuhlfahrer von einer Rampe aufsitzen zu lassen, war für mich die Entscheidung klar“, berichtet Knoch von ihrem Entschluss, dem Verein die Rampe zu spenden.
„Wir sind sehr glücklich über die neue Möglichkeit“, freut sich Hans-Erich Biebricher. „Die Rampe ist für uns Gold wert. Als Verein hätten wir uns diese Anschaffung nie leisten können“, ist sich der erste Vorsitzende des Reitvereins sicher.
Während dieser Worte scharrt Franz ungeduldig mit denHufen. Er ist bereit für die Therapiereitstunde und will los. Auf seinen Rücken hat sich gerade die siebenjährige Ramona Ottast geschwungen. Das Mädchen mit der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung umklammert den Hals des Tieres und streichelt es. Ein Lächeln gleitet über ihr Gesicht.
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