Duisburg: Lernen – mal anders
VON MARITA JÜNGST - zuletzt aktualisiert: 09.03.2007Duisburg (RPO). Der herkömmliche Unterricht hat nicht unbedingt zu großem Erfolg geführt, wie die Ergebnisse der Pisa-Studien gezeigt haben. Norm und Kathy Green aus Kanada gehen mit dem Kooperativen Lernen einen etwas anderen Weg.
Norm und Kathy Green sind so etwas wie Missionare, wenn es um die Verbesserung des Schulunterrichts geht. Die beiden etwas „verrückten Kanadier“, wie Norm Green sich und seine Frau scherzhaft bezeichnet, wollen den Unterricht lebendiger machen und die Schüler zum Lernen motivieren. Wie? Durch das „Kooperative Lernen“, eine Methode, die vor allem auf Teamarbeit und eigenverantwortlichem Arbeiten beruht.
Dass dies praktisch funktioniert. hat Carmen Druyen, stellvertretende Schulleiterin des Mannesmann-Gymnasiums in Huckingen, bereits getestet. Seit der elften Jahrgangsstufe unterrichtet sie ihren Leistungskurs nach dieser Methode. Inzwischen sind die Schüler in der 13 und die Lehrerin hat positive Erfahrungen gemacht. „Vor allem Schülerinnen, die sich sonst gar nicht am Unterricht beteiligen, sind in der Kleingruppe oft sehr aktiv“, beschreibt Druyen ihre Beobachtungen. Und so könne sie die Schüler auch ganz anders bewerten.
Gestern lernte der Leistungskurs dann Norm und Kathy Green persönlich kennen. Das Ehepaar ist derzeit in Duisburg, um sich den Lehrern vorzustellen, die hier bereits nach ihrer Methode unterrichten. Das Mannesmann-Gymnasium war neben der Gesamtschule Neumühl die erste Schule in Duisburg, die versuchte, das herkömmliche Unterrichtsschema – Lehrer trägt vor, Schüler hören zu – zu durchbrechen.
Doch bevor die Schüler davon profitieren können, heißt es erst einmal die Lehrer fit zu machen. Und da haben Norm und Kathy Green so einige erprobte Methoden zu vermitteln. Wichtig ist den beiden Kanadiern vor allem das Reden – auch und vor allem im Unterricht. Gemeinsam die Dinge erarbeiten, Fragen stellen, Probleme lösen, das ist der Weg „zu mehr Demokratie“, wie Norm Green erklärt.
Regelmäßig kommen er und seine Frau nach Deutschland, um die Lehrer für ihre neue Aufgabe zu trainieren. In Duisburg wollen auch immer mehr Lehrer und Schulen nach dem kanadischen Vorbild arbeiten. Vorreiter Carmen Dryen und ihr Kollege Thomas Kremers aus Neumühl haben inzwischen schon eine Reihe von Kollegen geschult. Ab Herbst dieses Jahres dann werden Norm und Kathy Green in Duisburg Seminare für Schulleiter und Multiplikatoren der Selbstständigen Schulen durchführen, um den in der Stadt eingeschlagenen Prozess zu unterstützen. Und der beinhaltet auch, den Lehrern zu vermitteln, dass das Lernen kein Ende nimmt, sondern ein Leben lang weiter geht.
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