Duisburg: Lieder zum Wachbleiben
zuletzt aktualisiert: 29.10.2010Duisburg (RPO). Bei dem bevorstehenden "Wiegenlieder"-Wochenende der Kulturhauptstadt Europas Ruhr 2010 in der Mercatorhalle geht es darum, dass nicht alle einschlafen, um etwas, das alle wachhält. Einen besonderen Akzent setzt dabei die außergewöhnliche Stimmkünstlerin Salome Kammer, Jahrgang 1959, einem breiteren Publikum bekannt aus den "Heimat"-Filmen ihres Ehemanns Edgar Reitz.
Gestern berichtete Salome Kammer von den beiden Uraufführungen, die sie beim "Wiegenlieder"-Konzert der Duisburger Philharmoniker am Sonntag, 31. Oktober, um 19 Uhr, vortragen wird. In "Emil will nicht schlafen" bringt die Kölner Komponistin Carola Bauckholt das "Gespräch" von Mutter und Baby in Musik, also in eine überhöhte und abstrakte Form. "Carola ist die einzige, die sowas kann", ist sich Salome Kammer sicher, "denn sie übersetzt sowieso alles, was sie wahrnimmt, in Klänge". In der kaum zehn Minuten kurzen Szene fliegt immer wieder der Plüschaffe Max hörbar zu Boden.
Eher opulent angelegt ist dann die "Wiegenlieder-Suite" von Bernhard Eichner und Peter Domnick, 20 Minuten mit Ouvertüre. Da kommen die bekannten Lieder wie "Weißt du, wieviel Sternlein stehen" auch mal als Parodie von Christian Morgenstern oder als Czárdás daher. In jedem Fall gehe es darum, die Wiegenlieder nicht opernhaft zu singen, erklärte Salome Kammer: "Ich habe um ein Mikrofon gebeten, um das Schlichte gegen das Orchester durchsetzen zu können."
Die Wiegenlieder stammen aus Zeiten, als nicht nur Kinder noch Angst vor der Nacht (und dem Tod als Schlafes Bruder) haben mussten. Heutzutage, wo kaum noch selbst gesungen wird, können sie auch als Beruhigung für Groß und Klein dienen.
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