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Loveparade Panik Polizei 100724
  Foto: AP, AP
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Massenpanik in Duisburg: Loveparade endet mit 19 Toten und 340 Verletzten

zuletzt aktualisiert: 25.07.2010 - 09:02

Die diesjährige Loveparade ist von einer beispiellosen Tragödie überschattet worden: Bei einer Massenpanik an einem Tunnel auf dem Weg zum Veranstaltungsgelände gab es offenbar 19 Tote. 16 starben im Gedränge am Ausgang und drei weitere erlagen in der Nacht ihren Verletzungen. Mehr als 340 Menschen wurden verletzt.

Die Rettungskräfte nutzen die Autobahn 59 nahe des Festivalgeländes zur Versorgung der Opfer. Aus Sicherheitsgründen wurde die nach Angaben der Polizei von 1,4 Millionen Menschen besuchte Loveparade dennoch nicht sofort abgebrochen. Erst am späteren Abend ließen die Veranstalter das Musikprogramm allmählich ausklingen. Der Krisenstab der Landesregierung schickte Behandlungs- und Betreuungskräfte aus dem ganzen Land nach Duisburg. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft fuhr noch am Abend nach Duisburg.

Nach Angaben des Vorsitzenden der Ruhr.2010-Geschäftsführung, Fritz Pleitgen, sind bei der Massenpanik 19 Menschen ums Leben gekommen. Pleitgen berief sich dabei im ZDF-"heute-journal" auf Angaben des Krisenstabes der Stadt Duisburg. Das Unglück passierte gegen 17.30 Uhr in und an einem Zugangstunnel vor dem eigentlichen Loveparade-Gelände am alten Güterbahnhof der Stadt. Der exakte Hergang der Panik ist noch unklar.

Kurz vorher hatte die Polizei berichtet, das Veranstaltungsgelände sei wegen Überfüllung geschlossen worden. "Die Polizei gibt über Lautsprecher Hinweise an die Teilnehmer und bittet sie, zurück in Richtung Hauptbahnhof zu gehen", sagte ein Sprecher. Im Vorfeld der Veranstaltung hatte es häufig Kritik gegeben, ob das Gelände ausreichend groß sei, um die vielen Gäste der Loveparade aufzunehmen. Es ist allerdings noch unklar, ob das Gedränge ausschlaggebend für das Unglück ist. 

Polizeihauptkommissar Jürgen Kieskemper nannte die Situation "sehr chaotisch", es müsse noch aufgeklärt werden, was geschehen sei. Zahlreiche Verletzte machten sich selbst auf den Weg zu zwei naheliegenden Krankenhäusern.

Zuschauer über Autobahn abgeleitet

Die Notausgänge des Loveparade-Geländes wurden nach dem tragischen Unfall geöffnet. Die Zuschauer wurden nach Angaben der Stadt Duisburg über die Autobahn 59 abgeleitet. Alle noch ankommenden Besucher wurden am Hauptbahnhof angehalten, wieder umzukehren. Am Abend wurden auch 120 Busse aktiviert, um die Besucher so schnell wie möglich nach Hause zu bringen. Der Abtransport der Besucher wurde zur größten Herausforderung für die Sicherheitskräfte, die dafür kein Konzept hatten.   

Der Hauptbahnhof selbst musste am Abend wegen Überfüllung gesperrt werden, auch die Straßen rund um den Bahnhof waren voller Menschen. Gegen 21.30 Uhr verließen die ersten Züge den Duisburger Bahnhof, allerdings war lange Zeit kein geregelter Bahnverkehr möglich. Das Handynetz in Duisburg fiel stundenlang aus, Familien konnten ihre Angehörigen auf der Loveparade nicht erreichen.   

Dass die Veranstalter die Musikparty zunächst weiterlaufen ließen, erklärte der Pressesprecher der Stadt Duisburg, Frank Kopatschek, mit der Sorge um die Sicherheit der Besucher. "Der Krisenstab hat entschieden, die Veranstaltung noch nicht zu beenden, weil im Moment zu viele Menschen auf dem Gelände sind", sagte Kopatschek. Eine weitere Panik habe verhindert werden müssen. Auch am Abend lief die Musik weiter, während die Besucher das Gelände verließen. Viele von ihnen hatten erst spät von dem tragischen Unglück erfahren, DJs legten weiter auf.

Die insgesamt dritte Loveparade im Ruhrgebiet war am Nachmittag friedlich gestartet. Ab 14 Uhr rollten 15 sogenannten Floats über das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs der Ruhrgebietsstadt. Erstmals fuhren die Paradewagen nicht wie in früheren Jahren durch die Innenstadt, sondern auf einem abgesperrten Gelände im Kreis.

Quelle: apd/rai

 
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