Duisburg: Loveparade: „Fröhliche Einstimmigkeit”
VON MIKE MICHEL - zuletzt aktualisiert: 20.02.2010 - 10:38Duisburg (RPO). Nach rund 40-minütiger Debatte beschloss der Rat in der Sondersitzung am Samstagmorgen einstimmig, dass für die Loveparade kein Geld der Stadt eingesetzt wird. OB Sauerland verwies auf mündliche Zusagen zur Finanzierung. Vor dem Rathaus und während der Ratssitzung demonstrierten Sportvereine gegen weitere drohende finazielle Kürzungen.
Für den Anteil der Stadt an der Loveparade in Höhe von rund 840.000 Euro gebe es „mündliche Zusagen”, erklärte Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Darüber werde der Rat informiert, sobald entsprechende Verträge geschlossen seien.
Dass es kein städtisches Geld für die Techno-Party gebe, sei selbstverständlich. Er erinnerte an die Haushaltsverfügung der Bezirksregierung von Dezember 2008. „Es gibt keine freiwilligen Leistungen mehr ohne Genehmigung der Bezirksregierung. Das hätten Sie alle wissen können”, meinte er an die Adresse der SPD, die die Sondersitzung beantragt hatte.
Zuvor hatte SPD-Fraktionschef Herbert Mettler begründet, warum seine Partei sich dem Antrag der FDP, der für die nächste Ratssitzung am 22. März gedacht war, zu eigen gemacht hatte. „Der Termin wäre einfach verspätet gewesen.” Das wollte die CDU-Fraktionsvorsitzende Petra Vogt nicht gelten lassen: „Wir sind uns der Bedeutung und Funktion des Rates sehr bewusst, und Sondersitzungen hat es immer wieder mal gegeben. Aber sie sind aufwändig und kosten Geld. Deshalb sind wir immer sehr vorsichtig mit diesem Instrument umgegangen.”
Allerdings habe man sich im Rat mit der Loveparade in der Ratssitzung am 25. Januar ausführlich befasst. „Warum haben Sie denn da diesen Antrag nicht gestellt?”, fragte sie. Es ginge der SPD nur darum „Populismus zu betreiben”. Dass die Stadt Duisburg sich finanziell nicht an der Loveparade beteiligen könne, sei „selbstverständlich”. Das betonte auch Doris Janicki (Grüne): „Für uns war immer klar, dass die Stadt nicht 840\x0e000 Euro dazu tun kann.”
Dies hätte der Oberbürgermeister hätte auch schon am 25. Januar klarstellen können, meinte dagegen Hermann Dierkes (Linke). Dierkes bezweifelte die „Wunderzahlen” in Bezug auf das, was die Loveparade einer Stadt wirtschaftlich und vom Image her bringt: „Meine Enkel haben auch ihren Rucksack mit Alcopops gefüllt und sind zur Loveparade nach Dortmund gefahren.” Dierkes brachte es auf den Punkt: „Wird die Loveparade nun durchgeführt, und wer finanziert sie?”
Kein Geld vom RVR
Frank Heidenreich (CDU) forderte, der Regionalverband Ruhr (RVR) müsse sich an den Kosten der Veranstaltuang beteiligen. Schließlich sei die Loveparade die publikumswirksamste Veranstaltung des Kulturhauptstadtjahres 2010. Dem erteilte Bruno Sagurna (SPD), Mitglied der RVR-Verbandsversammlung, eine deutliche Abfuhr: „Der RVR hat sich noch nie an der Loveparade finanziell beteiligt, und das wird auch diesmal so sein. Weder für die bisherigen Veranstaltungen in Essen und Dortmund habe der RVR auch nur einen Euro beigesteuert.
Am Ende verzeichnete OB Sauerland nach 40 Minuten Diskussion „fröhliche Einstimmigkeit” bei der Beschlussfassung. Zuvor hatte er darauf verwiesen, dass die Arbeitswissenschaft herausgefunden habe, dass es morgens um 8 Uhr ein „Leistungshoch” zu verzeichnen gebe.
Ob die protestierenden Sportler auf den Besucherplätzen dies auch so gesehen haben, erscheint zumindest fraglich.
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