Duisburg: Mäuschen in der Krippe
VON JOHANNA MUSCHALIK - zuletzt aktualisiert: 29.12.2008Duisburg (RPO). Karl-Heinz Ternes baut in seiner Freizeit Krippen mit ganz besonderen Details. 500 bis 700 Arbeitsstunden investiert der Neuenkamper in jedes seiner kleinen Kunstwerke. Digitalkamera dokumentiert die „Bauabschnitte“.
Auf einer Kommode im Esszimmer von Karl-Heinz Ternes steht der ganze Stolz des Hobbybastlers. Eine mehr als zweieinhalb Meter lange und einen halben Meter breite Krippe. Sie stellt eine Gebirgslandschaft mit einem großen Feld und einem Bauernhaus darauf dar. Auf der Fensterbank vor einem Haus sitzt gemütlich eine Katze, eine kleine Maus nascht genüsslich an einem Getreidesack, und der Bauer brät sich gerade ein Spiegelei. Dies sind nur einige der vielen Details, die die Krippen von Karl-Heinz Ternes so besonders machen. Etwa 120 Figuren stehen darin – von Vögeln über Hunde, Katzen und Esel bis hin zu Bauern, Hirten und natürlich der heiligen Familie ist alles vertreten.
Riesen-Krippe
Die Krippe von Karl-Heinz Ternes ist ist mehr als zweieinhalb Meter breit und einen halben Meter breit.
Sie besteht aus zwei Teilen: „Der Verkündigung auf dem Felde“ und „Geburt Christi“.
Ein dritter Krippenteil ist auch noch geplant, soll einen orientalisch Stil haben und die Ankunft der heiligen drei Könige darstellen.
Die Beleuchtung schafft nochmal eine richtig gemütliche Atmosphäre. An der Feuerstelle glimmt durch eine versteckte Leuchtdiode ein Feuer und auch der Schuppen, in dem das Jesuskind liegt, ist beleuchtet. Sogar die Bäume vor dem Haus sind nicht aus Plastik, sondern aus einem ganz besonderen Material gebastelt, das nur in 2000 Meter Höhe wächst. Ein besonderes Detail ist außerdem ein Engel auf dem Dach der Krippe, der über Maria, Joseph und das Jesuskind wacht.
Fasziniert von der Vielfalt
Bei den vielen Details ist es nicht verwunderlich, dass in der Krippe von Karl-Heinz Ternes rund 500 Arbeitsstunden und jede Menge Geld stecken. Für eine größere Krippe, die momentan auf dem Dachboden steht, hat er sogar 700 Stunden investiert. „Es gibt Tage, da sehe und höre ich gar nichts von meinem Mann“, erzählt Christel Ternes. „Dann bringe ich ihm Schnittchen oder was zu trinken runter“.
Beim Bau achtet er stets darauf, ein richtiges kleines Haus zu bauen, wie es im Original auch an einer Straße stehen könnte. „Meine Krippen haben echte Dachbalken und Scharniere, mit denen sich Fenster und Türen bewegen lassen“, erzählt er stolz.
Von der Ehefrau umsorgt
Für Karl-Heinz Ternes ist der Bau von Krippen ein schöner Zeitvertreib. Das halte ihn jung und frisch, sagt er. Jeder Bauabschnitt wird mit der Digitalkamera dokumentiert. Krippen auf Bestellung zu bauen, kommt für den Rentner aber nicht in Frage, denn er baue gerne, wie es ihm gefällt und wisse vorher nie genau, was dabei herauskommt, erzählt er mit einem Lächeln. Manchmal baue er tagelang gar nicht und dann packe ihn die Bastellust. „Vor lauter Arbeit vergesse ich dann die ganze Welt um mich herum, aber glücklicherweise umsorgt mich dann liebevoll meine Frau“, erzählt der Neuenkamper mit einem verliebten Blick.
Seine erste Krippe hatte der Hobbybastler übrigens 2001 angefangen. Damals machte er Urlaub in Bayern und war fasziniert von der Vielfalt der Krippen dort.
Auf die Ermunterung seiner Frau Christel hin machte er sich ans Werk und ist seitdem mit Herz und Seele dabei.
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