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Duisburg: Mahnwache für Loveparade-Opfer

VON HILDEGARD CHUDOBBA - zuletzt aktualisiert: 21.07.2012

Duisburg (RP). Am Donnerstag begann im Karl-Lehr-Tunnel die Mahnwache, die bis Dienstag besetzt sein wird. Dann werden Angehörige und Freunde der Opfer der Loveparade-Katastrophe dort zusammenkommen.

Nicole Siemienski und Martin Hauswirth gehörten am Donnerstag zu denen, die dem Aufruf zur Mahnwache gefolgt waren. Am Ort der Loveparade-Katastrophe markieren
Blumen, Kreuze, Grablichter und Erinnerungsstücke, wo vor zwei Jahren 21 junge Menschen den Tod fanden. Foto: Probst, Andreas
Nicole Siemienski und Martin Hauswirth gehörten am Donnerstag zu denen, die dem Aufruf zur Mahnwache gefolgt waren. Am Ort der Loveparade-Katastrophe markieren Blumen, Kreuze, Grablichter und Erinnerungsstücke, wo vor zwei Jahren 21 junge Menschen den Tod fanden. Foto: Probst, Andreas

Seit der Loveparade-Katastrophe am 24. Juli 2010 ist kein Tag vergangen, an dem nicht Angehörige der Getöteten, Freunde oder auch damalige Veranstaltungsbesucher, die verletzt oder auch heil davon kamen, zum Unglücksort im Karl-Lehr-Tunnel gekommen sind. Jetzt, kurz vor dem zweiten Jahrestag, nimmt ihre Zahl deutlich zu.

Gestern Nachmittag begann an diesem Ort des Entsetzens eine Mahnwache zum Gedenken an die 21 Todesopfer sowie die Hunderte von Verletzten und Traumatisierten. Sie wird bis Dienstagabend fortgesetzt. Innerhalb von kurzer Zeit wurden für viele, die gestern gekommen waren, die Erinnerungen an das Drama vom 24 Juli 2010 wieder lebendig.

Vor allem rund um die Treppe im Tunnel markierten Blumen, Kerzen, Bilder und Kreuze den Ort, wo es zu der Massenpanik gekommen war. Ungeachtet der Mahnwache kann der Tunnel noch bis Dienstag, 24. Juli, von allen Verkehrsteilnehmern benutzt werden. Am Gedenktag selbst wird er ab 14 Uhr für den Autoverkehr gesperrt. Eine Stunde später können dann auch Fußgänger nicht mehr passieren.

Wie schon im vorigen Jahr steht der Tunnel mit dem Unglücksort an der Rampe auf das Güterbahnhofsgelände dann nur noch den Angehörigen der Opfer offen. Sie sollen in Ruhe und ungestört von der Öffentlichkeit der Verstorbenen und Verletzten gedenken können. Gegen 18 Uhr werden sie dann zu einem Schweigemarsch in Richtung Innenstadt aufbrechen. Dort beginnt um 20 Uhr am Opernplatz eine etwa eineinhalbstündige Gedenkfeier.

"Wir haben den Opernplatz gewählt, weil er als Symbol für den Duisburger Zusammenhalt steht", sagte Mitorganisator Arno Eich vor einigen Wochen, als er zusammen mit anderen den Ablauf dieses Gedenktages vorstellte. Am Dienstagabend werden dort unter anderem die Duisburger Philharmoniker und Peter Burschs "Allstar Band" musizieren. Angekündigt ist, dass Angehörige der Opfer sprechen. Für die Stadt wird Oberbürgermeister Link das Wort ergreifen.

Ergreifende Worte

Das erste Jahresgedächtnis war unter anderem mit Blick auf die erwartete große Teilnahme noch in die Schauinslandreisen-Arena gelegt worden. Vor einem Jahr trafen dort die Hinterbliebenen und ihre Angehörigen auf Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die in der Woche nach der Katastrophe mit ihrer beeindruckend-emotionalen Rede vielen Tausend Menschen aus dem Herzen gesprochen hatte. "Diese Katastrophe hat das Leben von so vielen nachhaltig verändert – hier in Duisburg, in Nordrhein-Westfalen, in Deutschland und weit darüber hinaus", sagte sie beim Jahresgedächtnis und forderte "Wahrheit, Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit" bei der Aufklärung des Unglücks. Die Suche nach der Wahrheit, nach den Gründen, die zu diesem Unglück geführt haben, dauert nach wie vor an. Zur Anklageerhebung gegen einige oder alle der 17 Beschuldigten ist es, wie berichtet, bislang nicht gekommen.

Mit der Abwahl von Oberbürgermeister Adolf Sauerland, der seit Juli 2010 wegen seines Verhaltens im Zusammenhang mit der Katastrophe nahezu ununterbrochen in der Kritik stand, haben im Februar knapp 130 000 Duisburger selbst ein Signal gesetzt – in der Hoffnung auf einen Neuanfang, der es der Stadt ermöglicht, ungeachtet des furchtbaren Unglücks wieder in die Zukunft zu blicken.

Quelle: RP/ac
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