Duisburg: Maike meistert alle Bahnen
VON SINA ZEHRFELD - zuletzt aktualisiert: 12.08.2010Duisburg (RPO). Die zwölfjährige Maike Haupt verbringt ihre Freizeit mit dem Studium von Beton- und Eternit-Bahnen, ist Expertin für die Laufeigenschaften kleiner Plastikbälle und übt, übt, übt. Sie ist Deutsche Meisterin im Minigolf.
Rumeln-Kaldenhausen Maike Haupt besitzt 127 Minigolfbälle. Und das ist keineswegs ein bisschen übertrieben, das ist auf ihrem Niveau schon mindestens mal angebracht. Die Zwölfjährige aus Rumeln-Kaldenhausen ist Deutsche Meisterin im Minigolfen in der Klasse der Schülerinnen.
Die Reihe ihrer Gegnerinnen bei dem Turnier im Juli war übersichtlich, insgesamt traten 13 Schülerinnen an. Aber die gehörten zu den absolut besten des deutschen Nachwuchses, und Minigolf ist nun mal kein so verbreiteter Sport wie Joggen.
"Früher habe ich gedacht, Minigolf ist gar kein Sport", erzählt Vater Thomas Haupt. "Aber jetzt, wenn ich sehe, wie trainingsintensiv das ist. . . Von April bis zu den Herbstferien gibt's keine Wochenenden mehr." Da werden Turniere ausgetragen, oder es wird dafür trainiert.
Ball und Bahnbauweise
Bahnen-Typen Es gibt eine Pallette genormter Varianten von Minigolfbahnen mit verschiedenen Untergründen wie Beton, Eternit oder Filz.
Ball-Typen Es gibt weichere und härtere Bälle, besondere Bälle für weite Schläge, schnell laufende und "springende Bälle", die stark abprallen, wenn man sie gegen die Bande spielt, und "tote" Bälle, die eben dieses nicht tun.
Eigenschaften Die Unterschiede bei den Materialeigenschaften sind fein austariert. Zudem macht es etwas aus, wie Bälle temperiert sind. Zum Austesten einer Bahn gehört es, die vorhandenen Bälle entsprechend auszuwählen.
Am Wochenende um fünf Uhr raus
Maike spielt in einem Verein in Herten. Normalerweise geht sie ein Mal in der Woche hin. Vor Wettbewerben – und die stehen ständig an – muss es aber häufiger sein, am besten jeweils auf den Anlagen, auf denen sie ausgetragen werden. "Ich habe mich daran gewöhnt, für eine Meisterschaft am Wochenende auch mal morgens um fünf Uhr aufzustehen", erzählt Maike.
Zwischendurch macht sie Lehrgänge in der Sporthochschule mit, um sich fürs Minigolfen fit zu halten: "Man sollte ja keine Krämpfe in den Beinen bekommen, und die Arme braucht man auch."
Vor einem Turnier wird jede Bahn erst einmal ausgetestet. Mit welcher Taktik eine Bahn am besten zu bewältigen ist und welche Eigenschaften der perfekte Ball dafür idealerweise haben sollte – es gibt "schnelle" Bälle, "tote" Bälle, "springende" Bälle in den unterschiedlichsten Varianten – das kann man nachlesen. "Dafür gibt es Pläne", erklärt Maike. "Oder, wenn man keinen Plan hat, tüftelt man es aus."
Erfolg kostet Zeit und Geld
Das raubt eine Menge Zeit: "Nur in der Woche gehe ich mit meinen Freunden raus, am Wochenende machen die was anderes." Maikes Eltern sind normalerweise dabei, wenn sie auf Titeljagd ist. Sie akzeptieren die Fahrerei zu Turnieren, zum Verein, und, dass der ganze Spaß recht teuer ist, vom Sprit bis zu Kosten für die Unterkunft in fremden Städten.
"Manchmal ist es stressig, muss ich ehrlich sagen", gibt Mutter Marita zu. "Aber da müssen wir durch fürs Töchterchen." Außerdem habe dessen Hobby positive Nebenwirkungen: "Sie ist dadurch ruhiger geworden, es ist mehr Konzentration da." Und schließlich sind die Eltern mit der Zwölfjährigen stolz auf deren Erfolge.
Maikes großes Ziel ist jetzt die Weltmeisterschaft. In diesem Jahr war sie dafür noch zu jung, nächstes Mal könnte es was werden.
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