Duisburg: Malmsheimer lachte mit dem Publikum
VON MARC SCHMITZ - zuletzt aktualisiert: 15.09.2008Duisburg (RPO). Er brauchte 30 Sekunden, um den bis zum Bersten gefüllten Zuschauerraum des HundertMeisters in humoristische Ekstase zu versetzen. Präzise formulierte Jochen Malmsheimer bei seinem ersten Auftritt mit dem neuen Programm bereits den Hinweis auf die Pausenmodalitäten des Abends. Dabei ritt er nicht nur auf dem bei dieser Gelegenheit einsetzenden Konsumbemühen der Getränkeverkäufer herum, sondern hielt seinen Zuhörern sogleich den Spiegel vor, indem er mit seiner Sichtweise von gezwungenem Small-Talk und den nötigen „Entschlackungsmaßnahmen nach Getränkekonsum“ für auffälliges Kopfnicken der eigentlich Betroffenen sorgte.
„Flieg, Fisch! Lies und gesunde“ oder „Glück, wo ist Dein Stachel?“ lautet der Name seines neuen Programms. „Entschuldigen Sie, wenn ich mich zwischendurch manchmal noch selbst kaputt lache, aber manches ist einfach so gut – und auch für mich noch fast neu“, erklärte der in Bochum aufgewachsene Malmsheimer seinen eigenen Lachanfall, der den Fluss der wie in Stein gemeißelten und bis ins letzte Detail ausgefeilten Texte unterbrach, als er von seinen Erlebnissen im Zoo berichtete. Leere Käfige, volle Windeln, und zwischendrin der an beinahe jeder Ecke zum sozialkritischen Kopfschütteln verleitete Protagonist, der es unter anderem nicht fassen kann, dass sich seine Kinder mit Meerschweinchen ausgerechnet eine Haustiergattung ausgesucht haben nur in der Nacht aktiv ist und tagsüber durch Abwesenheit glänzt.
Dass Malmsheimer ein Kind des Ruhrgebiets ist, merkte der Zuhörer an seinen Ausführungen zum Thema „Cervelat-Stulle“, jener mit „Plockwurst“ belegter Graubrotscheibe aus seinen Jugendtagen, die in der modernen Zeit durch das „Heraufklatschen von Majonäse“ und den Gebrauch von watteähnlichem Weißbrot verunstaltet werde. Malmsheimers Fazit: „Wenn etwas gut ist, sollte man die Finger davon lassen, dann bleibt es auch gut.“
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