Duisburg: Markt bringt belebende Frische
VON JOSEF POGORZALEK - zuletzt aktualisiert: 27.04.2007Duisburg (RPO). Ein Wochenmarkt soll den Einzelhandel im Dorf ankurbeln. Eine Umfrage zeigte: Die Baerler begrüßen die neue Einkaufsmöglichkeit. Doch einige Einzelhändler befürchten Umsatzeinbußen.
Noch nie hat es in Baerl einen Wochenmarkt gegeben, und vielleicht würde es auch weiterhin keinen geben, wäre im Dezember 2005 nicht die örtliche Plus-Filiale eingestürzt. Denn seitdem ist nicht nur das ehemalige Plus-Gebäude an der Augustastraße, dem Baerler Einkaufszentrum, ein Trümmerhaufen. Mit dem Plus-Dach sind auch die Umsätze benachbarter Einzelhändler eingebrochen. Ein neuer Kundenmagnet muss her, klagen die so gebeutelten immer wieder.
Nun werden sie erhört. Ein Wochenmarkt soll den örtlichen Einzelhandel beleben. Ab 4. Mai werden jeden Freitag ein rundes Dutzend Stände auf der Augustastraße zwischen Geststraße und Kreuzstraße aufgebaut. Einkaufen kann man dort zwischen 14 und 18 Uhr. Durch eine Umfrage hat sich die Schlachthof- und Märkte Duisburg GmbH (SMD) vergewissert, dass nicht nur Einzelhändler, sondern auch die übrigen Baerler einen Markt haben wollen. Davon hat man sich durch eine Umfrage vergewissert. Genau 332 ausgefüllte Fragebögen wurden an die SMD zurück gesandt. Fazit: Weitaus die meisten der Befragten fanden die Idee gut, wollen auf dem Markt einkaufen und begrüßten Ort und Zeit des Wochenmarktes. Auch das angebotene Sortiment richtet sich nach den Wünschen der befragten: Vor allem Frischwaren wie Obst, Gemüse, Fisch, Käse, aber auch Blumen Textilien und Kurzwaren werden verkauft.
Festliche Eröffnung
Der Baerler Wochenmarkt wird am 4. Mai gegen 15 Uhr von Bezirksvorsteherin Hildegard Fischer offiziell eröffnet. Die Eröffnung soll mit einem „buntes Überraschungsprogramm“ unter anderem mit Kinderanimation, Glücksrad und Gastronomie garniert werden. „Es soll schon ein bisschen Festcharakter haben“, kündigte Peter Joppa an.
Natürlich hat der Markt nicht nur Befürworter. So befürchten die Betreiber eines Friseursalons, einer Reinigung und eines Getränkehandels Umsatzeinbußen, weil im Marktbereich Parkplätze wegfallen (die Augustastraße wird im Marktbereich zwischen 12 und 20 Uhr für den Verkehr gesperrt). Zumindest dem Getränkehändler kommt die SMD entgegen: Die Stellplätze vor seinem Laden werden nicht blockiert. „Wer zum Friseur oder zur Reinigung geht, muss ja keine schweren Dinge tragen“, sagte gestern SMD-Chef Peter Joppa. Im übrigen würden viele Parkplätze in unmittelbarer Nähe zur Verfügung stehen. Den Vorschlag, den Markt statt an der Augustastraße an der Kreuzstraße zu positionieren lehnt die SMD aber ab: Unter anderem sei dort sei die Parksituation schlechter, die Stromversorgung komplizierter, zudem gebe es keine Toiletten für die Marktbeschicker, während an der Augustastraße die WCs der Freiwilligen Feuerwehr genutzt werden dürfen
Erfahrungssache
Joppa zeigte sich sicher, dass die Skeptiker ihre Meinung ändern werden: „Es würde allen unseren Erfahrungen widersprechen, wenn der Markt keine zusätzliche Kundenfrequenz bringen würde.“ Bezirksamtsleiter Jürgen Scherhag stimmte dem zu: „Es wäre der erste Wochenmarkt, der den stationären Handel kaputt machen würde.“
In einem halben Jahr weiß man mehr. So lange soll der Markt erstmal erprobt werden. Dann wird sich zeigen, ob er Sinn macht oder nicht.
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