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Duisburg: Maut für die Riesenbrücke

VON MIKE MICHEL - zuletzt aktualisiert: 16.07.2008

Duisburg (RPO). Stadtentwicklungsdezernent Jürgen Dressler unterschrieb jetzt in Berlin die Rahmenvereinbarung für die „Partnerschaften Deutschland GmbH“. Sie soll die Finanzierung der Ruhrorter Brücke „Duispont“ ermöglichen.

Info

Ab Oktober

Das Beratungsunternehmen „Partnerschaften Deutschland GmbH“ soll ab Oktober an den Start gehen. Die Gesellschaft soll zu 50,1 Prozent dem Bund gehören und zu 49,9 Prozent an Privatinvestoren gehen. Da Duisburg als erste Kommune die Rahmenvereinbarung unterschrieben hat, sehen Sauerland und Dressler die Stadt auch ganz vorne mit dabei, wenn es um die konkrete Realisierung von PPP--Projekten geht. Die Unterzeichner müssen nicht auf die Leistungen der Gesellschaft zurückgreifen, können dies aber ohne Ausschreibung.

Eine „endgültige Lösung“ für Ruhrort, eine „fulminante Brücke, die den Stadtteil großzügig und großartig entlastet“ – so lobte Oberbürgermeister Adolf Sauerland gestern die Riesenbrücke „Duispont“. Wie berichtet soll das Bauwerk vom Kaßlerfelder Kreisel aus den Schwerlast- und Durchgangsverkehr an Ruhrort vorbei bis zur Friedrich-Ebert-Brücke führen. Dafür gibt es noch keine konkrete Planung – nur eine visualisierte Idee. „Deshalb sind die 100 Millionen Euro Baukosten auch nur grob geschätzt“, erklärte Jürgen Dressler gestern. Öffentliche Investitionen in dieser Größenordnung seien aber mit herkömmlichen Finanzierungsmodellen nicht mehr darstellbar – schon gar nicht in Duisburg, betonte der OB.

In der Hauptstadt

Die Vereinbarung über die Beratungsgesellschaft, die Dressler in Berlin gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und Finanzminister Peer Steinbrück unterzeichnete, soll Beratungsleistungen sicherstellen, die eine Finanzierung mit Hilfe privater Investoren als so genanntes Public Private Partnership (PPP)-Modell ermöglichen könnte. Dressler nannte als Beispiele die Millau-Brücke in Südfrankreich oder die neue Rügenbrücke.

Die Stadtspitze sieht auch den Bund und das Land in der Pflicht. „Ihnen gehört wie der Stadt jeweils ein Drittel des Hafens. Wenn sich die Verkehrssituation zuspitzt, wäre der Hafen irgendwann kaum noch mit dem LKW zu erreichen – und das wäre ein Wertverlust für alle Anteilseigner“, so Sauerland. Würde die Vision der Brücke Wirklichkeit, könne man eine Neubewertung des Stadtteils Ruhrort vornehmen, meinte Dressler. Der Planungsdezernent hält eine „zweite Etage“ auf der Friedrich-Ebert-Brücke für möglich. „Duispont“ könnte Autobahncharakter bekommen und sich für private Investoren über Mautgebühren rentieren. Dies könne auch aus der allgemeinen Maut des Bundes kommen. Die Verfüllung des Hafenkanals im Rahmen des Brückenbaus könnte 25 bis 30 Hektar zusätzliche Fläche schaffen. Die würde Dressler am liebsten mit Wohnbebauung gefüllt sehen.

Quelle: RP

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