Duisburg: Mehr Bürgerbeteiligung
VON CHRISTINA RENTMEISTER - zuletzt aktualisiert: 22.02.2012 - 17:30Duisburg (RPO). Vertreter aus Politik, Kirchen und bürgerschaftlichen Initiativen haben am Mittwoch das „Duisburger Manifest“ vorgestellt. Es soll festlegen, wie Bürger künftig direkt an wichtigen Entscheidungen beteiligt werden können.
„Prophetische Momente sind immer in den größten Krisen entstanden“, begann Professor Roland Günter am Mittwoch die Vorstellung des Duisburger Manifests „Kein Geld?- Trotzdem handeln mit Visionen!“.
Um ihn hatte sich eine Gruppe von sieben Duisburgern gebildet, die sich „Ideenwerkstatt Eisenheim“ nennt. Im Haus von Professor Günter in Eisenheim habe die Gruppe ein Refugium gefunden, in dem es sich wunderbar nachdenken ließe, so Franz Tews, Organisator der Arbeitsgruppe.
Nachgedacht haben die Männer, darunter Altoberbürgermeister Josef Krings und Theo Steegmann, Sprecher der Abwahlinitiative, über Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung, Bauprojekte und neue Handlungsstrategien. So fordert die Ideenwerkstatt zum Beispiel ein besseres Miteinander der verschiedenen Kulturen in Duisburg.
Manifest verbreitet sich
Die „Ideenwerkstatt Eisenheim“ hat bisher 2000 Exemplare ihres Duisburger Manifests gedruckt.
Diese seien ihnen geradezu aus den Händen gerissen worden, so Professor Roland Günter.
Begeisterte Rückmeldungen hätte man unter anderem von Leuten aus derSchweiz, den Niederlanden und Lothringen erhalten.
Auch in Deutschland hätte sich die Schrift bereits weit verbreitet.
Integration sei primär Bürgerarbeit, sagte Michael Rubinstein, Geschäftsführer der jüdischen Gemeinde. Daher müsse man sich über Monokulturen nicht wundern, wenn man keine eigenen Ideen entwickelt. Neuen Visionen soll das Duisburger Manifest als Katalysator dienen.
Damit die Umsetzung neuer bürgerlicher Projekte überhaupt möglich wird, fordert die „Ideenwerkstatt Eisenheim“ Bürger, wie Politiker zum Umdenken auf: „Wir müssen alle erst noch die Bürgerbeteiligung lernen. Politik, Bürger und vor allem die Verwaltung“, sagte Michael Lefknecht.
Die Bürgerbeteiligung bei großen Bauunternehmen bezeichnete Leferknecht als undemokratisch, da den Bürgern häufig falsche Tatsachen vermittelt würden. Aber nicht nur deshalb sieht die Gruppe Großbauprojekte wie das Factory-Outlet-Center kritisch.
„Großbauprojekte bringen die Stadt nicht weiter. Das ist wie der Turmbau von Babel. Wir brauchen Projekte, die die Menschen zusammenbringen“, betonte Armin Schneider, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Duisburg. Auch Alt-OB Krings meinte es müsse Schluss mit dem Größenwahn sein und man müsse zu einer Politik mit menschlichem Maß zurückfinden. Das menschliche Maß soll vor allem in einer Beteiligung der Bürger auf Augenhöhe bestehen.
Diese forderte Theo Steegmann auch für die Gespräche über einen neuen Oberbürgermeister. Zudem ließ er der Bürgerinitiative die Option offen, bei den Kommunalwahlen 2014 als Wählerbündnis anzutreten.
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