Duisburg: Mehr Platz für Integration
VON SONJA BROWATZKI - zuletzt aktualisiert: 05.11.2007Duisburg (RPO). Die Kindertagesstätte an der Clarenbachstraße in Friemersheim ist am Samstag nach mehrmonatigen Umbauarbeiten wieder eröffnet worden, und zwar größer als zuvor.
Die Kindertagesstätte an der Clarenbachstraße in Friemersheim hatte am vergangenen Samstag etwas zu feiern. Nach mehrmonatigen Umbaumaßnahmen fand dort bei Kaffee und Kuchen mit Eltern und Kindern eine großes Treffen zum Abschluss der Bauarbeiten, sowie die offizielle Eröffnung einer neuen integrativen Betreuungsgruppe statt.
In vier Gruppen, die mit unterschiedlichen Tiernamen betitelt sind, werden in der Einrichtung zur Zeit rund 100 Kinder werktags von 8 bis 17 Uhr von acht Erzieherinnen betreut. In Zukunft wird es noch eine fünfte Gruppe in der KiTa geben. „Igelgruppe“ heißt sie, und ist mit nur 15 Kindern geringer belegt als die Übrigen. Durch diese Gruppe wird zukünftig behinderten Kindern eine qualifizierte Tagesbetreuung angeboten. Und zwar nicht isoliert, sondern gesunde Kinder und solche mit Handicap werden „gemeinsam aufwachsen, leben und lernen“, unterstreicht auch die Rheinhausener Bezirkvorsteherin Katharina Gottschling.
Die stellvertretende Bürgermeisterin Doris Janicki, die Lehrerin an einer integrativen Schule ist, unterstütze die Idee und lobte das Engagement der Gemeinde. Die Idee, eine integrative Gruppe einzurichten, entstand aus dem Missstand, dass eine Vielzahl behinderter Kinder in der Umgebung aufgrund von zu geringen Kapazitäten keinen Betreuungsplatz bekommen konnten. „Gemeinde übernimmt auch immer Verantwortung für die Umgebung“, erklärt Pfarrer Werner Kretschmann die Entscheidung, die Herausforderung anzunehmen und die nötigen Investitionen zum Auf- und Umbau der benötigten Räumlichkeiten zu tätigen.
Das 50 Jahre alte Gebäude, welches ursprünglich auf die Nutzung durch Erwachsene ausgerichtet war, hat sich im Laufe der Zeit zu einem wahren Kinderparadies entwickelt. Das Außengelände ist ein einziger riesengroßer Abendteuerspielplatz mit unzähligen Nischen, Geheimgängen und Spielgeräten. Die hellen Innenräume laden mit ganzen Spiellandschaften aus Holz zum toben ein. Und wenn die Kleinen dann erschöpft auf die bereitliegenden Matratzen im Ruhebereich sinken, liest eine Aufsichtsperson noch das passende Märchen zum Nickerchen.
Doch bis es soweit war, mussten das Team der KiTa eine Menge aushalten, erinnerte sich die Leiterin der Einrichtung, Gaby Nix-Reintjes. „Kinder sind nicht leise, aber zusätzlich noch Bohrmaschinen – das ist nicht einfach, das zerrt an den Nerven.“
Doch das Werk ist, auch Dank der vielseitigen Unterstützung von Eltern und anderen Gemeindemitgliedern, vollbracht und alle sind begeistert. Jetzt können die „Nüsschen“, wie die Kinder dort liebevoll genannt werden, wieder ungehemmt jeden Winkel für sich erobern.
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