Duisburg: Mercatorbrunnen verhüllt
VON PETER KLUCKEN - zuletzt aktualisiert: 21.12.2009Duisburg (RPO). Der Brunnen vor dem Rathaus ist marode und muss saniert werden. Ende März sollen die aufwändigen Arbeiten abgeschlossen sein. Dann können sich Brautpaare dort wieder fotografieren lassen.
Mitten im Hochsommer stand Gerhard Mercator mit einemmal "solo" auf seinem Brunnen. Mitarbeiter des Amtes für Stadtentwicklung und Projektmanagement hatten die steinerne Weltkugel, die zu seinen Füßen lag, entfernen lassen. Die Kugel drohte schlichtweg herunter zu rollen, was glücklicherweise rechtzeitig festgestellt worden war.
Bei der Überprüfung hatten Fachleute überdies entdeckt, dass der Zahn der Zeit nicht nur an der Erdkugel, sondern am gesamten, 130 Jahre alten Brunnenbauwerk genagt hatte. Fest stand: Der Brunnen auf dem Burgplatz vor dem Rathaus, an dem schon Tausende Hochzeitspaare fotografiert worden sind, ist marode und muss restauriert werden.
Das Ausschreibungsverfahren ist mittlerweile abgeschlossen. Den Zuschlag bekamen die renommierten Steinmetzbetriebe Berns GmbH aus Meiderich.
Berns haben viel Erfahrung mit Arbeiten an historischen Bauwerken. In Duisburg haben sie bereits Restaurierungsarbeiten an der Stadtmauer, an Teilbereichen der Rathausfassade, an den Kirchen St. Michael (Meiderich) und St. Dionysius (Walsum), an der Hamborner Abteikirche und an der Musikschule in Duissern durchgeführt. Beim Mercatorbrunnen kommt es in erster Linie darauf an, die Standfestigkeit des Sandsteinbaus wieder zu garantieren. Ausbesserungsarbeiten und eine fachmännische Reinigung des Steins gehören mit zum Auftrag. Bis Ende März sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Kosten für die Restaurierung werden nach Auskunft der zuständigen Wirtschaftsbetriebe mit 40 000 Euro kalkuliert.
Der Mercator-Brunnen wurde am 2. September 1878 feierlich enthüllt. Geschaffen wurde er vom Düsseldorfer Bildhauer Josef Anton Reiss. Gerhard Mercator (1512 bis 1594), der die letzten 40 Jahre seines Lebens in Duisburg lebte, wird in der Tracht seiner Zeit, im Stil der Renaissance dargestellt. Umringt ist der berühmte Karthograph von vier Putten, Symbole für die Schifffahrt, die Wissenschaft, den Handel und das Gewerbe. Das Denkmal ist von hervorragender Bedeutung für die Stadt, weil es im Zweiten Weltkrieg bei den für Duisburg verheerenden Bombenangriffen unbeschädigt blieb. Im Gegensatz zu dem nur wenige Meter entfernten Mercatorhaus, das stark beschädigt wurde und dann nach dem Krieg planiert wurde; ein aus heutiger Sicht katastrophales Versagen des Denkmalschutzes. Am ehemaligen Standort des Mercatorhauses gibt es heute lediglich eine Gedenktafel.
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