Duisburg: Mercatorhalle, Stolperfalle
VON KATHARINA SCHMÜLLING - zuletzt aktualisiert: 08.11.2008Duisburg (RPO). Der bekannte Stauforscher und Physikprofessor Michael Schreckenberg hat die Halle „untersucht“: Vom Parkleitsystem bis zum Pausensekt spielte er einen Besuch durch. Die RP war dabei.
Prof. Dr. Michael Schreckenberg lehrt Physik von Transport und Verkehr an der Universität Duisburg-Essen. In den Medien wird er oft einfach „der Stauforscher“ genannt. „Wir spielen mal, ich bin ein Ortsfremder und besuche zum ersten Mal die Mercatorhalle“, sagt er. Los geht’s:
Zusammen mit Sandra Gagliardi, Leiterin Hallenmanagement der Mercatorhalle und Uwe Gerste, Geschäftsführer Duisburg Marketing, beginnt der akribische Naturwissenschaftler das „Spiel“: Gerste erklärt ihm, wo das Parkleitsystem beginnt, wenn man von der Autobahn kommt. So weit, so gut. Aber schon an der Stelle, wo der Autofahrer von der Landfermannstraße Richtung Parkhaus auf die Averdunkstraße abbiegen muss, hakt der Professor nach: „Am Mast an der Einfahrt zur Straße müsste noch mal ein Schild sein“, sagt er. Die Erklärung ist einfach: „Die Leute haben immer Angst, sie biegen irgendwo falsch ein und kommen dann nicht mehr heraus.“
Handläufe installiert
Bereits in den ersten Tagen nach Eröffnung der neuen Mercatorhalle im April 2007 hatten vor allem ältere Besucher, die Sitzplätze im Rang hatten kritisiert, dass sie sich auf den Treppen unsicher fühlten. Um nachträglich Handläufe installieren zu können, wurde die Treppe verbreitert. Dazu mussten einige Sitze herausgenommen werden.
Wer der Straße folgt, kommt an deren Ende an einen Kreisverkehr. Nicht gut, findet Schreckenberg. „Man kommt hier an, orientiert sich und achtet dabei nicht auf den Kreisverkehr.“ Im Parkhaus hat Schreckenberg, der „Besucher aus Hamburg, der sich hier gar nicht auskennt“, einiges anzumerken: Es gibt weiße und gelbe Markierungen auf dem Boden („gelb sieht so nach Baustelle aus“) statt einer einheitlichen Farbe, die Beschilderung zu den Notausgängen hängt in vielen Fällen auf Knöchelhöhe, die Ausgänge sind schwierig zu finden, weil die Schilder zu klein und zu wenig markant sind. Seine Tipps sind manchmal klein, aber wertvoll: In einem Aufzug hängt ein Schild, dass den Besucher informiert, dass er auf diesem Weg zur Verwaltung der Hallen kommt, nicht aber zu den Veranstaltungsräumen. „Wenn dort steht, wie ich zu meinem Ziel komme, ist das sinnvoller“, sagt er.
„Jetzt bin ich also in der Mercatorhalle angekommen und suche meinen Platz“, sagt Schreckenberg nach abgeschlossener Inspektion der Parksituation. Um gleich anzumerken: „Bei der Beschilderung muss man aber schon ein wenig Fantasie haben.“ Gagliardi erklärt ihm, dass an allen wichtigen Punkten Ordner stehen und helfen.
Schreckenberg ist gründlich: Er sieht sich den Saal an, die Balkone, den Rang und die Theken, an denen es die Pausenerfrischungen gibt. Damit auch Menschen, die nicht so sicher auf den Beinen sind, zu den Rängen gelangen, müssten an einer Treppe noch Handläufe angebracht werden, regt er an.
Stolpergefahr
Im Rang stellt er fest: „Die unterschiedliche Stufenbreite ist nicht gut.“ Wenn nach einem Konzert eine Menschentraube die Treppe hinunter gehe, könne niemand die Stufen sehen. „Die Stolpergefahr ist groß“, so Michael Schreckenberg. Interessiert zeigte sich der Physiker auch am Notfallsystem. „Im Notfall öffnen sich alle Türen automatisch“, erklärt Gagliardi. Das Personal sei für solche Situationen geschult. „Es geht darum, begründete Kritik zu üben“, sagt Schreckenberg und kündigt an, dass dies nicht sein letzter Besuch in der Mercatorhalle gewesen sei: „Ich sehe mir das noch mal bei vollem Betrieb an.“
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