Duisburg: Mit der Autobombe aus dem Buch gebombt
VON SONJA BROWATZKI - zuletzt aktualisiert: 20.07.2009Duisburg (RPO). Rustikaler Humor und markige Sprüche" zeichnen den neuen Roman "Teufelshaken" der "Krimi-Cops" aus. Drei der sechs Autoren starteten jetzt mit einer Lesung aus ihrem aktuellen Roman die neue Krimi-Lesereihe "Mord im Hafensturm" im gleichnamigen Biergarten an der Homberger Königstraße.
In ihren Büchern verarbeiten die sechs Polizisten Stephan Engel, Ingo Hoffmann, Klaus Stickelbroeck, Martin Niedergesähs, Carsten Rösler und Carsten Vollmer ihre Erlebnisse aus dem Dienst.
Nachdem von ihrem ersten Roman "Stückwerk" bereits über 6000 Exemplare über die Ladentheke gingen, erschien jetzt ihr zweiter Roman "Teufelshaken" im kbv-Verlag. Ein dritter (Arbeitstitel "Jamaica Connection") ist bereits in Arbeit. Ursprünglich war die Romanidee nur ein Spaß unter Kollegen, die während des gemeinsamen Beisammensitzen nach der Schicht entstand. Doch nachdem die Diskette mit den ersten Kapiteln im Revier die Runde machte, war klar: "Das ist nichts für die interne Schublade."
"Alle Personen gibt es wirklich, und auch die Fälle sind so passiert – entweder uns selbst, oder man hört halt davon. Die Namen haben wir natürlich geändert, aber die Charaktere existieren", so Engel über die Inspiration aus dem Alltag. Entgegen der üblichen Praxis sich mit mehreren Autoren gemeinsam hinzusetzen und über Handlung, Personen und Finale zu beraten, ist die Arbeitsweise der Krimi-Cops eher ungewöhnlich. "Einer fängt an die Geschichte zu schreiben und gibt den Text dann an den nächsten weiter. Der liest drüber und schreibt weiter. Geändert werden darf im Normalfall nichts", erklärt Engel. Diese Maxime hatte beim ersten Buch eine dramatische Folge für eine von ihm erdachte Figur. "Der Herr hat dem Kollegen nach mir nicht gefallen und da hat er ihn kurzerhand mit einer Autobombe aus dem Buch gebombt", erinnert er sich lachend.
Kommissar Struhlmann
Hauptfigur beider Bücher ist das Ermittlergespann Kommissar Struhlmann, genannt "Struller" und Praktikant Christian Jensen, der in "Teufelshaken" Oma Liselotte vom Land mit im Gepäck hat. "Oma Jensen ist die heimliche Heldin des Romans, denn nach ihrem Eintreffen auf dem Revier macht sie dort einem ziemlichen Wirbel", verrät Stickelbroeck. Die sprechende Namen und Szenarien, die jeder schon einmal selbst erlebt, oder zumindest beobachtet hat, machen das Lesen zu einer wahren Freude. Gerade der eher ungeübte Lesestil machte den Vortrag der drei Autoren authentisch und passte zur ebenso ungekünstelten Wortwahl des Romans.
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