Duisburg: Mit der Brücke kam die Bahn
VON FRANZ GERD GEHNEN - zuletzt aktualisiert: 20.09.2008Duisburg (RPO). Erinnerungen an die erste Homberger Straßenbahnfahrt – und an die Haltestelle „Gleisdreieck“, an die jetzt eine Skulptur in Homberg erinnert. Ursprünglich sollte die 1907 eingeweihte „Admiral-Scheer-Brücke“ den Eisenbahnverkehr ermöglichen.
homberg Es begann alles mit den Verhandlungen über den Bau einer festen Rheinbrücke zwischen den Gemeinden Homberg und Ruhrort im Jahre 1872. Die Anregung zum Bau einer Brücke ging vom Homberger Bürgermeister Lauer aus. Er hatte in Erfahrung gebracht, dass die Köln-Mindener-Eisenbahngesellschaft Überlegungen anstellte, eine Eisenbahn von Sterkrade oder Oberhausen bis Straelen, mit Anschluss an die Hamburg-Venloer-Eisenbahn, zu bauen, mit einer Eisenbahnbrücke über den Rhein unterhalb Ruhrorts. Gemeinsam mit seinem Ruhrorter Amtskollegen, Bürgermeister Weinhagen, schrieb Lauer an den damals zuständigen Minister in Berlin und bat, die Konzession nur unter der Bedingung zu erteilen, dass die Brücke auch für Fußgänger und für Fuhrwerke genutzt werden konnte.
Bis zum Jahre 1896 wurden ständig neue Vorschläge bezüglich des Standortes der Brücke vorgebracht; zeitweise schien das Projekt gestorben. Die Bürgermeister wiesen immer wieder den Minister auf die Unzulänglichkeit der bestehenden Verkehrsmittel und ihr gänzliches Versagen zu gewissen Zeiten wie z. B. bei Hochwasser und Eisgang hin. Des Weiteren bestand ab 1884 der Gütertrajektverkehr zwischen Homberg und Ruhrort nicht mehr; eine Reisemöglichkeit gab es nur noch mit Hilfe zweier Dampffähren.
Die letzten Schienen
Während des Ausbaues der Straße „Rheinanlagen“ und eines Teilstücks der Ruhrorter Straße wurden im Jahr 2006 vermutlich die letzten Straßenbahnschienen Hombergs entfernt. Der Archivar des Freundeskreis Historisches Homberg, Franz Gerd Gehnen, hat aus einem Teil dieser Schienen eine Skulptur entworfen. Die Skulptur mit dem Namen „Gleisdreieck“ wurde jetzt an der Ecke Ruhrorter Straße und Rheinanlagen zur Erinnerung an die Homberger Straßenbahngeschichte von 1907-1953 aufgestellt.
Unser Text ist eine gekürzte Fassung eines Beitrags von Franz Gerd Gehnen für das im Herbst erscheinende Jahrbuchs des Freundeskreises Lebendige Grafschaft.
Fußgängerrampe
Endlich, 1904, konnte mit dem Brückenbau begonnen werden. Die Eisenbahngesellschaft in Köln erklärte sich damit einverstanden, dass anstelle einer Eisenbahnbrücke eine Straßenbahnbrücke gebaut wird. Um jedoch eine Verbindung zwischen den Bahnhöfen in Ruhrort und Homberg herzustellen, sollte eine Straßenbahn über die Brücke fahren. Die Straßenbahn sollte eine regelmäßige Beförderung der Reisenden und ihres Gepäckes, unter Einsetzung mehrerer Personenwagen und eines Gepäckwagens, gewährleisten. Die Endpunkte der Straßenbahnhaltestellen sollten in unmittelbarer Nähe des jeweiligen Bahnhofes liegen. Später, beim Bau der Brücke, entstand so die heute noch bestehende Straße „Rheinanlagen“. Auch die Fußgängerrampe, über die man von der Homberger Eisenbahnbrücke oder der Königstraße zum Hebeturm gelangte, war damals Verhandlungsgegenstand. Die Rampe sollte damals für die Reisenden gedacht sein, die nicht die Straßenbahn benutzten wollten, sondern lieber zu Fuß über die Brücke gingen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







