Duisburg: Mit Fernsehen aus der Krise
VON HILDEGARD CHUDOBBA - zuletzt aktualisiert: 29.08.2009Duisburg (RPO). Das Theater am Marientor wird bei den Sendeanstalten für ihre Show-Produktionen immer beliebter. Das Thema Theater-Verkauf scheint endgültig vom Tisch zu sein.
Immer wieder wird im Zusammenhang mit der Diskussion um die Schließung der Rhein-Ruhr-Halle die Behauptung ins Feld geführt, dass Duisburg dann seine einzige fernsehtaugliche Halle verliert. Die einzige? Nicht ganz! Denn das Theater am Marientor (TaM) ist auf dem besten Wege, in diesem Punkt die Nachfolge der Hamborner "Guten Stube" anzutreten.
Gerade erst suchten bekanntlich Dieter Bohlen und Co im TaM nach Deutschlands größtem Showtalent. Sie werden in Kürze noch einmal für ein weiteres Casting zurückkehren (Sendetermin im Oktober). Verschiedene Konkurrenzsender ließen in den vergangenen Monaten am Marientor Tanztalente gegeneinander antreten oder produzieren hier Unterhaltungssendungen. Für das ZDF beispielsweise wird hier in Kürze Kabarettist Dieter Nuhr auf das Jahr 2009 zurückblicken.
Nebel in Hamborn
Wenn auch die Rhein-Ruhr-Halle kaum noch genutzt wird, so wird das ZDF am 26. September mit "Willkommen bei Carmen Nebel" , eine Spendengala für die Deutsche Krebshilfe, in Hamborn gastieren.
Auftreten werden unter anderem Patricia Kaas, John Miles, Sasha, Howard Carpendale, DJ Ötzi, Mark Medlock sowie André Rieu und sein Orchester.
"Wir freuen uns über diese Fernsehproduktionen sehr", sagt Uwe Gerste, Geschäftsführer von Duisburg Marketing. Denn auf diesem Wege ließen sich nicht nur Mieteinnahmen für das Haus am Marientor erzielen, "sondern mit jeder Sendung wird in der Regel auch ein sehr positives Bild von Duisburg in die deutschen Wohnzimmer getragen." Vor allem aber spreche sich in der Branche herum, dass man in der Stadt sehr gut produzieren könne und dass das Theater am Marientor ein fantastischer Veranstaltungsort ist. In der Regel, so erklärt er, sind nicht die Fernsehsender selbst, sondern spezielle Agenturen für die Produktionen zuständig. Sie gelte es zu überzeuge, dass sie ihren Auftraggebern den Standort schmackhaft machen. "Die gute Resonanz belegt, dass wir bei der Vermarktung auf dem richtigen Weg sind." Problematisch sei aber nach wie vor, dass den Produzenten und ihrer manchmal sehr großen Crew hier nicht ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten angeboten werden können. "Aber das können wir leider nicht ändern. Wir können uns nur wünschen, dass hier neue Hotels gebaut werden."
Zuschussbedarf gesenkt
Die positive Vermarktung des Theaters am Marientor, über dessen Verkauf vor noch gar nicht so langer Zeit ernsthaft nachgedacht worden war, inzwischen aber kein Thema mehr ist, machen sich im Geschäftsbericht bemerkbar. "Als das TaM von Duisburg Marketing übernommen wurde, lag der Zuschussbedarf noch bei jährlich 1,5 Millionen Euro", so Gerste. Inzwischen sei man bei einer Million angekommen. Und er habe das große Ziel, dass "wir eine operative Null hinbekommen können." Will sagen: Nur noch die 600 000 Euro Miete, die die DMG jährlich an die Stadt bezahlen muss, schlügen dann noch negativ zu Buche. (Für die Rheinhausenhalle beispielsweise sind jährlich Mietzahlungen von 400 000 Euro fällig). Ein Haus wie das am Marientor werde immer ein Zuschussbetrieb bleiben, genau so, wie das Theater der Stadt Duisburg, so Gerste. Doch auf solche Einrichtungen zu verzichten, hieße, der Stadt wesentliche Attraktivitätsmerkmale zu nehmen.
Der DMG-Geschäftsführer ist sicher, dass sich das TaM noch besser wird vermarkten lässt, wenn erst einmal das Umfeld attraktiver geworden ist. Die heute störende Hochstraße am Marientor soll wie berichtet abgerissen werden. Auf dem als Parkplatz genutzten Brachgelände an der Marientorkirche wird ein Ärztehaus gebaut. Und nach wie vor gibt es Planungen, auf dem freien Grundstück an der Plessingstraße (direkt am TaM) ein Hotel zu errichten.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







