Duisburg: Mit Gottes Gebot etwa verändern
VON ANJA STREICHAN - zuletzt aktualisiert: 22.09.2008Duisburg (RPO). Am Sonntag feierten Gläubige aus dem gesamten Kirchenkreis Moers in der Erlöserkirche in Rheinhausen das 400-jährige Bestehen ihrer Gemeinschaft. Die Geschichte der Synode Moers wurde in einer Ausstellung präsentiert.
RHEINHAUSEN „Ihr seid von unten her“, so lautet das, aus dem Johannesevangelium stammende, Motto zum 400-jährigen Bestehen des Kirchenkreises Moers. „Mit dieser Zeile zeigen wir, dass wir das rechte Maß erkennen, denn Gott ist oben und die Menschen sind unten. Gott sucht aber Kontakt von oben mit uns Menschen. Das ist das Scharnier, das uns zusammen hält,“ erklärte Nikolaus Schneider, Präses der evangelischen Kirche im Rheinland, in einem Festgottesdienst, der anlässlich des Jubiläums am Sonntag gefeiert wurde.
Solidarisch leben
In seiner Predigt machte Nikolaus Schneider die Vergänglichkeit des Menschen deutlich, der schnell seine Fähigkeiten überschätzt. „Nur mit Blick auf Gottes Gebot können wir in dieser Welt etwas verändern“, so der Präses. Er gab den Besuchern des Gottesdienstes mit auf den Weg, mit anderen Menschen solidarisch zu leben: „so wie bei der Schließung der Kruppwerke in den 70er Jahren“. „Nicht das Kapital soll im Mittelpunkt stehen, sondern der Mensch und seine Würde. Wir hier unten müssen die Sehnsucht nach oben – nach Gott - in die Menschen pflanzen.“
Zu dem festlichen Gottesdienst waren nicht nur Menschen aus dem ganzen Kirchenkreis Moers, der sich von Alpen bis Friemersheim, von Hoerstgen bis Baerl erstreckt, zu Gast. Auch Vertreter aus Partnergemeinden in Ruanda, Ägypten, Indonesien und den USA waren angereist. Sie trugen die Fürbitten in ihrer Landessprache vor. Für die Besucher des Gottesdienstes wurden diese anschließend auf Deutsch übersetzt. Sie beteten für die schwierige Situation der christlichen Minderheiten und für Menschen, die in bitterer Armut leben.
Im Anschluss an den festlichen Gottesdienst begrüßte Superintendent Ferdinand Isigkeit die anwesenden Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Ökumene. „Dies ist keine Nostalgieveranstaltung, sondern eine Wertschätzung unserer christlichen Wurzeln. Solidarität ist im Kirchenkreis Moers ein Wert, der gelebt und hoch geschätzt wird.“
Historischer Kirchenraum
Mit dem Ende des Gottesdienstes wurde eine Ausstellung eröffnet, die sich mit der Entstehung des Kirchenkreises im Jahre 1608 auseinander setzt. „Wer weiß wo er herkommt, der kann auch einen Weg in die Zukunft finden. Wir wollen in der Ausstellung das Zusammenspiel von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft deutlich machen“, erklärte Superintendent Ferdinand Isigkeit. Die Ausstellung vereint die Darstellung eines Kirchenraums aus dem 17. Jahrhundert, mit antiken Dokumenten und Gebrauchsgegenständen.
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