Duisburg: Mit Helm im Konzertsaal
VON MICHAEL TEGETHOFF - zuletzt aktualisiert: 20.10.2006Duisburg (RPO). Generalmusikdirektor Jonathan Darlington, Intendant Dr. Alfred Wendel und der Philharmonie-Geschäftsführer Wilfried Gehse besichtigten gestern die Neue Mercator-Halle. Die RP stiefelt mit durch die Baustelle. Zwar klingt es schon an allen Ecken und Enden, doch gibt es noch keinen philharmonischen Wohllaut. Bislang wird erst einmal lautstark gebohrt und gehämmert, werden Gerüste aufgebaut und erste Heizkörper angebracht, wird geschweißt und werden Leitungen verlegt.
In der neuen Mercatorhalle tut sich etwas, wie Generalmusikdirektor Jonathan Darlington, Intendant Dr. Alfred Wendel und Philharmoniker-Geschäftsführer Wilfried Gehse gestern bei einer Baustellenbesichtigung freudig feststellten.
Damit die Duisburger Philharmoniker im kommenden April ihre neue Heimstätte beziehen können, müssen Arbeiter von verschiedenen Firmen auf Hochtouren nebeneinander arbeiten. Dabei bestünde kein Grund zur Besorgnis: Mit allen Arbeiten sei man gut in der Zeit, erklärt Sylvia Hesselmann vom Amt für Stadtentwicklung. Dass sich in der Duisburger Innenstadt etwas tut, sieht man im Baustellenbereich am König-Heinrich-Platz schon lange. Doch während die Betonfassaden und Glasfenster das Stadtbild auffallend verändern, bleibt das Innere des CityPalais neugierigen Blicken erst einmal verborgen.
1750 Plätze
Die Mercatorhalle im CityPalais wird als Konzertsaal Platz für 1750 Besucher bieten. Damit der neue Saal am 21. April 2007 mit Anton Bruckners neunter Sinfonie und der deutschen Erstaufführung des Duisburger Musikpreisträgers Tan Dun eröffnet werden kann, laufen die Arbeiten überall auf Hochtouren. Damit es keine Überschneidungen gibt, muss gründlich koordiniert werden
Sicherheitshelme und festes Schuhwerk waren nötig, als Jonathan Darlington, Dr. Alfred Wendel und Wilfried Gehse einen Blick in den neuen Konzertsaal werfen ließen. Die neue Mercatorhalle soll einmal die gute Stube in Duisburg werden, doch bis dahin muss noch eine Menge getan werden. Betonwände und Betonstufen bestimmen das Bild, im Saal blickt man vom Rang tief hinunter ins Parkett, und ein gewaltiges Gerüst versperrt die Sicht auf die Decke, denn an der Deckenverkleidung wird momentan gearbeitet.
Beinahe verwirrend wirken die Schienenkonstruktionen tief unten im Parkett, und Dr. Alfred Wendel erklärt, wie wenig der Rang sich später über das Parkett erheben wird: Das Schienenwerk bildet den Grund für die noch zu installierenden Hubpodien, die freie Sicht auf das Orchester garantieren sollen. Ergänzend fügt Wilfried Gehse hinzu, wie der ansteigende Zuschauerraum mühelos auf eine Ebene heruntergefahren werden könne, was zum Beispiel bei Kongressen wünschenswert wäre. Wenn man vom Eingang durch die Flure in Richtung Konzertsaal schreitet, dann blickt man nicht nur durch große Glasfenster auf die Baustelle jenseits der Königstraße, sondern ahnt auch, dass hier das Publikum genügend Platz haben wird, um in den Pausen Erfahrungen auszutauschen. Jonathan Darlington wiederum musste zunächst mit einem Platz auf dem Rang vorlieb nehmen, denn der Weg zum Dirigentenpult blieb ihm erst einmal versperrt.
Der 22 Meter breite und 16 Meter tiefe Orchesterraum – übrigens einer der größten in ganz Nordrhein-Westfalen – war wegen der Gerüste nicht zugänglich. „Man hat schon einen Eindruck davon, dass es ein sehr schöner Saal wird“, sagte erwartungsfroh der Duisburger Generalmusikdirektor, der bereits zu spüren glaubte, dass der Saal mit dem riesigen Raumvolumen später eine sehr angenehme Atmosphäre bieten wird.
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