Duisburg: Mit Stammzellen-Spende Leben retten
VON SVEN DURGUNLAR - zuletzt aktualisiert: 27.10.2007Duisburg (RPO). Die Wahrscheinlichkeit, dass sie tatsächlich helfen könnte, war gering. Es stand mindestens 1:20 000 dagegen, dass die Stammzellen von Spenderin Anja Hoffmann zu denen eines Leukämie-Patienten passen könnten. Doch sie passen.
„Ich bin sehr froh, dass ich helfen kann“, sagt die 36-Jährige, nachdem sie mit ihrer Stammzellen-Spende einem amerikanischen todkranken Patienten wahrscheinlich das Leben gerettet hat. Über den Menschen, der dank ihrer Hilfe eine große Chance hat, weiterzuleben, weiß sie nicht viel: Es ist ein Mann, und er lebt in den USA. Nach zwei Jahren, wenn der Patient geheilt ist und beide einverstanden sind, können sich Spenderin und Patient kennenlernen, so will es die Regel der Deutschen Knochmarkspenderdatei (KDMS). Anja Hoffmann ist auf jeden Fall damit einverstanden.
Typisierung bei jedem Hausarzt
Viel Überwindung hat sie die Stammzellen-Spende nicht gekostet: Die Typisierung geht schnell und ist bei jedem Hausarzt möglich. Dann kam der Brief der DKMS: Ein Patient besitzt genau ihre Gewebemerkmale. In Dresden dann die Prozedur: An einem Arm wurde ihr Blut abgenommen, am anderen Arm wieder zugeführt. Zwischendurch wurden die wertvollen Stammzellen aus dem Blut herausgefiltert.
Ganz ohne Nebenwirkungen geht es nicht. „Ich fühlte mich einige Tage lang angeschlagen. Die klassischen Grippe-Symptome“, sagt Hoffmann. Außer dieser typischen Reaktion des Körpers auf die Stammzellen-Entnahme sind die zu befürchtenden Risiken gering.
Nun will Hoffmann andere dazu anregen, es ihr gleich zu tun und ebenfalls Stammzellen zu spenden, denn jeder könne auf diese Hilfe einmal angewiesen sein. „Ich habe zwei Kinder. Wenn sie eine Stammzellen-Spende bräuchten, wäre ich auch auf fremde Hilfe angewiesen.“
Die Typisierung, die bei jedem Hausarzt möglich ist, kostet 50Euro. Wenn es zu einer Übereinstimmung der Patientendaten mit denen eines Spenders kommt, übernimmt die Krankenkasse alle weiteren Kosten. In Deutschland erkranken jährlich nach Angaben der DKMS 11 000 Menschen an Blutkrebs. In einer weltweiten Datenbank werden bereitwillige Spender erfasst und gesammelt. Weltweit sind auf diese Weise 1,4 Millionen Spender erfasst.
Aktionstag Gemeinsam gegen Leukämie: Morgen von 12 bis 16 Uhr in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde, Juliusstraße 10.
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