Duisburg: Mit Tempo 130 durch Hamborn
VON SEBASTIAN KAPP - zuletzt aktualisiert: 24.08.2009Duisburg (RPO). Ist die Duisburger Straße in Hamborn eine Autobahn? Wenn es nach einigen "Autofahrern" geht, dann scheinen sich da doch diverse Realitäten zu vermischen. Insgesamt 18 Fälle von Geschwindigkeitsüberschreitungen stellte das Ordnungsamt dort in der Nacht von Samstag auf Sonntag während einer dreistündigen, verdeckten Messung fest. 16 davon haben mit Bußgeldern zu rechnen. Trauriger Rekord war dabei eine Messung von 130 Stundenkilometern – der Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn. Dem Fahrer drohen nun nach ersten Informationen rund 700 Euro Bußgeld sowie vier Punkte und ein dreimonatiges Fahrverbot. Sollte der Fahrer bereits aktenkundig sein, dann ist noch mit einer wesentlich höheren Strafe zu rechnen. "Auf den Plätzen" fanden sich Wagen mit Tempo 118 beziehungsweise 110. Jörg Merten vom Ordnungsamt hält dieses Verhalten für "nicht nachvollziehbar". Eine Geschwindigkeit von 130 erfordere einen Bremsweg von 112 Metern. Wie solle man da noch in der geschlossenen Ortschaft reagieren können? Das Messgerät selbst war bereits auf 70 Stundenkilometer, also 20 über dem Erlaubten, eingestellt. "Es geht uns hier nicht darum, den älteren Herrn zu erwischen, der einen Moment unaufmerksam ist und für kurze Zeit 65 fährt, uns geht es um die organisierten Raser", so der Dezernent für Sicherheit und Recht, Wolfgang Rabe. Die Duisburger Straße, Teil der B 8, ist aufgrund ihrer Breite und ihrer Länge in der Raser-Szene bereits "legendär". Es habe noch vor drei Jahren an dieser Stelle regelmäßig illegale Autorennen gegeben, so Jörg Merten. Durch das Eingreifen des Ordnungsamtes sowie der Polizei wurden diese allerdings gestoppt – vorerst. Ob es aktuell wieder Straßenrennen gibt, ob es Wettfahrten auf Zeit sind, oder ob dies alles individuelle Überschreitungen sind, all dies lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen, so Merten weiter.
Häufigere Kontrollen
Beschwerden von Anwohnern führten dazu, dass Wolfgang Rabe und das Ordnungsamt sich wieder eingehender mit diesem Abschnitt beschäftigten und dort binnen acht Tagen zwei Messungen durchführten. Wie die meisten anderen Messungen auch, verlief die erste am Freitag, 14. August, ohne besondere Vorkommnisse. Das höchste Ergebnis lag bei etwa 80 Stundenkilometern, insgesamt kam es zu acht gemessenen Übertretungen. Durch das Ergebnis der zweiten Messung sieht sich Rabe nun doch "bestätigt darin, diese Straße noch häufiger zu kontrollieren". Man habe zwar immer vermutet, dass die Szene hier weiterhin aktiv sei, doch haben die Messungen seit Februar 2008 kaum Material geliefert, das diese These untermauern könnte.
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