Duisburg: Mit Worten und langer Nase gefochten
VON INGO HODDICK - zuletzt aktualisiert: 13.09.2010 - 09:28Duisburg (RPO). Er war ein Meisterfechter mit der Klinge und mit Worten, der Dichter, Edelmann und Abenteurer mit der langen Nase: "Cyrano von Bergerac" war nicht nur im 17. Jahrhundert eine reale Person, das ist auch der Titel jener erfolgreichen romantischen Vers-Komödie in fünf Aufzügen (1897) von Edmond Rostand, die jetzt in der glänzenden deutschen Übersetzung von Ludwig Fulda als jüngste "Spieltrieb"-Premiere im Opernfoyer im Theater Duisburg bejubelt wurde.
Nobler Rücktritt
Bekanntlich verliebt sich Cyrano darin in seine Cousine Roxane, wagt es jedoch wegen seiner vermeintlichen Hässlichkeit nicht, ihr seine Gefühle zu offenbaren. Und als sie ihm ihre Zuneigung zu dem jungen schönen Christian gesteht, der in Cyranos Regiment dient, und ihn bittet, auf ihren Geliebten aufzupassen, tritt er nobel zurück und erfüllt ihren Wunsch. Doch Christian weiß sich nicht auszudrücken und Roxane liebt den Geist in der Liebe. So kommt es zu einem seltsamen Pakt: Cyrano verfasst an Christians Stelle die Liebesbriefe an die Angebetete. Das haben "Spieltrieb"-Chef Michael Steindl und Katharina Böhrke als Co-Regisseure ebenso leichtflüssig wie geistvoll und doch detailgetreu auf die raffiniert simple Bühne von Anja Müller gebracht. Die jugendlichen Schauspieler haben sichtlich Spaß an dem Mantel-und-Degen-Klassiker, allen voran Kevin Barz in der Titelrolle, großartig etwa seine berühmte Ballade "...und mit dem letzten Verse stech ich".
Das Stück ist ja fast ein Monolog, die anderen Figuren allerdings weit mehr als nur Stichwortgeber. Sehr schön, wie sich die acht anderen Darsteller hier die vielen, zum Teil winzigen Rollen teilen. Genannt werden muss vor allem Katharina Ziolkowski als glasklare Roxane. Alleine schon die Fecht-Szenen sind sehenswert.
Ständig wird gegessen
Wir wollen aber nicht alles verraten, denn bis zum Februar 2011 sind noch zahlreiche Vorstellungen vorgesehen, die nächste am Freitag, 17. September, um 20 Uhr. Und da in diesem Stück "ständig nur gegessen wird" (Steindl), schließlich ist es ein französisches, gibt es "Cyrano" an drei Abenden als Dinnertheater: am Freitag, 15. Oktober, Samstag, 27. November, und Samstag, 25. Dezember, jeweils um 19 Uhr. Der Eintritt inklusive Drei-Gänge-Menü (ohne Getränke) kostet dann 24 Euro.
Karten unter Tel. 0203 3009-100.
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