Duisburg: Möbelhäuser: Ostermann vs. Krieger
VON JESSICA NARLOCH UND MIKE MICHEL - zuletzt aktualisiert: 24.02.2011 - 14:48Duisburg (RPO). Nachdem sowohl Ostermann als auch Krieger erklärt haben, sie könnten beide ihre Möbelhäuser realisieren, stellt sich die Frage nach der Verträglichkeit. Ein Gutachten belegt: Der bestehende Möbelhandel ist bestandsgefährdet.
Ostermann auf dem Zeus-Gelände und Höffner am Güterbahnhof planen wie berichtet mit jeweils rund 50.000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Eine Größenordnung, die den bereits am Ort bestehenden Möbelhändlern, aber auch dem übrigen Einzelhandel in der Stadt Probleme bereiten könnte. Die Industrie- und Handelskammer wie auch der Einzelhandelsverband hatten sich bereits entsprechend kritisch geäußert.
Insbesondere bei den zentrenrelevanten Randsortimenten (Heimtextilien, Lampen und Beleuchtung, Dekoartikel, Haushaltswaren, Elektroartikel, Accessoires) will Krieger groß auftrumpfen: rund 10 200 Quadratmeter sind geplant. Dass beide Häuser nebeneinander wirtschaftlich bestehen können, hat wie berichtet schon das von der Stadt in Auftrag gegebene Gutachten des Dortmunder Büros Stadt + Handel herausgearbeitet. Die genaue Auswirkung auf den bereits in Duisburg bestehenden Handel ließ diese Untersuchung aber offen.
Umsatzverlagerungen
Ein anderes Gutachten geht nun aber einen Schritt weiter und macht Angaben zu möglichen Umsatzverlagerungen und den Folgen für bestehende Möbelhäuser und den Handel in der Stadt insgesamt. Von "massiven Auswirkungen auf die bestehenden Wettbewerber" ist die Rede. Die Auswirkungen in der Summierung zusätzlicher Möbelangebote erreichten demnach für die erhobenen Wettbewerber in Duisburg selbst "zum Teil bestandsgefährdende Größenordnung", heißt es in der Untersuchung. Die Situation in der City mit ohnehin schon einer großen Zahl an Leerständen (die RP berichtete) könnte sich noch verschärfen. Sichtbare Auswirkungen auf die Innenstadt wären wohl unvermeidlich. Vor diesem Hintergrund sehen die Gutachter "weder die Notwendigkeit noch die Sinnhaftigkeit für die Realisierung beider Vorhaben."
Sie geben eindeutig den Krieger-Plänen den Vorzug, weil er als neuer Anbieter sowohl die lokale als auch die regionale Wettbewerbslandschaft bereichern könne.
Betroffen sind laut Gutachten vor allem bestehende Möbelhäuser mit mehr als 4000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Dazu gehören auch Möbel Rüsen an der Oberen Kaiserswerther Straße sowie Dvorak an der Neuenhofstraße in Wanheimerort.
"Das Problem ist, dass es keinen Zuwachs gibt – die Marktanteile werden nun zwischen den bereits bestehenden Möbelhäusern und den neu geplanten aufgeteilt", sagt Rüsen-Geschäftsführer Michael Wildenau. Generell sei es "ein Ding der Unmöglichkeit", dass sowohl Ostermann als auch Höffner hier bauen dürften. "Darunter werden auch die Möbelhäuser in angrenzenden Städten wie Essen, Oberhausen und Mülheim leiden", so Wildenau.
Sowohl Ostermann als auch Krieger seien dafür bekannt, sehr preisaggressiv zu sein. Wildenau: Wir müssen uns darauf einstellen und flexibel reagieren."
Gegen "Möbelpaläste"
"Die großen Möbelhäuser wie Rüsen wird es wahrscheinlich härter treffen als uns. Hier wird ein großer Teil des Umsatzes im Boutiquebereich – also bei den Zubehör-Artikeln – erzielt", erklärt Horst Dvorak.
"Ich denke, dass auch die Innenstadt davon betroffen sein wird und wieder Geschäfte schließen müssen. Von der Logik her ist es ein Witz, die Genehmigung für solche riesigen Möbelpaläste zu erteilen. Sicher ist, dass auch wir dabei verlieren."
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