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Duisburg: Moschee: außen schlicht, innen farbenprächtig

VON LINDA KLIMMEK - zuletzt aktualisiert: 27.08.2008

Duisburg (RPO). Von außen betrachtet, weist am Gebäude an der Wanheimer Straße 301 nur ein Schild darauf hin, dass sich hinter den Mauern eine Moschee befindet. Geht man jedoch durch die Eingangstür des Eckhauses, erblickt man die Schuhregale in dem schmalen Gang, der zur Moschee führt.

Im Rahmen der Interkulturellen Wochen ist die Ayasofya Moschee in Wanheimerort als die Moschee ausgewählt worden, die als eine von mehr als 40 verschiedenen muslimischen Gemeinden in Duisburg Einblicke in das Gemeindeleben bietet und die zeigt, wie eine Moschee von innen aussieht.

Die Moschee besteht aus einem einzigen großen Raum mit einem schmalen, durch eine Tür abgetrennten Flur davor. Die Wände in der Moschee sind schlicht gestaltet, der Teppich ist dagegen bunt gemustert. „Wir haben den Teppich nicht aus Versehen schief verlegt, das hat schon seinen Sinn: Er ist für das heilige Gebet in Richtung Mekka ausgerichtet. Alle Muslime auf der ganzen Welt richten sich beim Gebet dorthin“, erklärt Erol Duran, Vorstandsmitglied der Gemeinde. Gleichmäßige Rechtecke, die in das Teppichmuster integriert sind, weisen den Betenden ihren Platz an. Die Gebetsnische, die Vortragskanzel und die Predigtkanzel sind verkachelt – ebenfalls sehr bunt. „Die Kacheln sind alle aus der Türkei“, erzählt Erol Duran weiter. „In türkischen Moscheen sind sie immer in Blautönen gehalten.“ So auch an der Wanheimer Straße. Mit ihren auffälligen Mustern ziehen die Kacheln sofort alle Blicke auf sich.

In den Jahren 1998 und 1999 ist der Raum zur Moschee umgebaut worden. Nur aufgrund von Spendengeldern sei die Einrichtung der Moschee möglich gewesen, berichtet Erol Duran. Heute kommen regelmäßig 30 bis 40 Muslime zum Gebet in die Moschee. Rund 180 Mitglieder, die regelmäßig freiwillige Beiträge leisten, zählt die Gemeinde. „Wir haben keine Kirchensteuer, aber bei uns sind fast alle Menschen bereit, freiwillig Beiträge zu bezahlen“, erläutert Duran. Er weiß genau über die Gemeinde Bescheid und engagiert sich in der Jugend- und Integrationsarbeit. Außerdem gibt er Sprachkurse und Nachhilfeunterricht.

Neben der Koranschule, an der in getrenntem Unterricht momentan 40 Jungen und 30 Mädchen teilnehmen, dem Nachhilfeunterricht und der Mädchengruppe, die über aktuelle oder persönliche Themen diskutiert, ist der Gemeinde der Kontakt „nach außen“ sehr wichtig. Seit rund neun Jahren finden in Kooperation mit den umliegenden Grundschulen gemeinsame Einschulungsgottesdienste statt. Außerdem kümmere sich die Gemeinde um den Kontakt mit den umliegenden Kindergärten und um die Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Familienbildungswerk.

Quelle: RP

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