Duisburg: Moschee wird kleiner als gedacht
VON STEFAN OSSENBERG - zuletzt aktualisiert: 22.07.2008Duisburg (RPO). Der Verein „Ditib Begegnungsstätte Duisburg Süd“ hat am 17. Juli einen Bauantrag für einen Moschee-Neubau an der Batterie eingereicht. Das Vorhaben ist kleiner als in den alten Plänen und soll auch dem interkulturellem Dialog dienen.
Schon seit einigen Jahren ist ein Moschee-Neubau an der Batterie im Gespräch. Ursprünglich war ein Gebäude mit einer Grundfläche von 800 Quadratmetern geplant. Damals sorgte das Anliegen für Aufregung im Stadtteil.
Die angrenzende kleine Waldfläche, die Parkplatzproblematik und die Größe des Bauvorhabens wurden in der Bezirksvertretung rege diskutiert. Letztendlich wurde eine Bauerlaubnis erteilt. Doch die beiden existierenden muslimischen Gemeinden hatten damals Probleme, zusammengschlossen zu werden. Daraus resultierte in der Folge ein finanzielles Problem. Das Vorhaben wurde auf Eis gelegt.
Das Minaret
Der Turm der Moschee mit integriertem Begegnungszentrum dient nicht dazu, die Gläubigen zum Gebet zu rufen, sondern er hat vor allem repräsentativen Charakter. Bis auf die gläsernen Kuppeln wurde auf weitere orientalische Ornamentik verzichtet. Die Außenmauer soll verklinkert werden, um das Gebäude im Stadtteil zu integrieren.
Doch jetzt haben sich die beiden Gemeinden zusammengeschlossen. Nun reaktiviert der Verein sein Vorhaben. Das fällt nun jedoch kleiner aus und beinhaltet eine Begegnungsstätte.
Entwurf mit 270 Quadratmetern
Der jetzt eingereichte Bauantrag sieht nur noch den Bau eines Hauses von rund 270 Quadratmetern vor. Neben jeweils einem Gebetsraum für Männer und Frauen soll es im Kellergeschoss einen Mehrzweckraum geben, der allen Jugendlichen des Stadtteils dann offenstehen würde, wie Mehmet Kurt vom Verein erklärt.
„Wir haben schon eine Vereinbarung mit der Caritas und auch mit der evangelischen Kirchengemeinde. So werden wir Nachhilfestunden für migrantenstämmige Kinder geben.” Es gebe keine Anlaufstelle für die Kinder- und Jugendlichen mehr. „Hüttenheim hat fünf Gaststätten, aber keinen einzigen Aufenthaltsort für Jugendliche.”
Dabei würde es der Verein begrüßen, wenn die neuen Räumlichkeiten nicht alleine von muslimisch-gläubigen Bürgern genutzt würden. Kurt wünscht sich einen Ort der Begegnung und des interkulturellen Austausches. 750 000 Euro wird der Neubau kosten. Finanziert werden soll das Projekt, so Kurt, durch den Verkauf des Gebäudes an der Ecke Am Steinkaul \ Ungelsheimer Graben, in dem momentan eine Moschee der neuen Gemeinde untergebracht ist. Auf das alte Gebäude an der Batterie soll eine Hypothek aufgenommen werden.
Später soll es als Vereinsheim vermietet werden und die oberen Etagen als Unterkunft für den Vorbeter dienen. „Wir hatten damals nur etwas gegen einen Bau, der zu einem stadtteilübergreifenden Zentrumscharakter geführt hätte. Dadurch wäre der nachbarschaftliche Frieden gestört worden”, so Brigitte Weber, die Fraktionsvorsitzende der CDU in der Bezirksvertretung Süd. Bis zur nächsten Sitzung will sich die CDU informiert haben.
„Wir sind durch den Verein schon einmal vorab über die Planung informiert worden. Doch die Einzelheiten müssen wir noch abwarten”, so Dietmar Eliaß von der SPD. Er wird mit seinen Fraktionsmitgliedern das Vorhaben sensibel prüfen. Die nächste Sitzung der Bezirksvertretung Süd findet am 28. August statt.
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