Duisburg: Müll, Grill und kaum Parkplätze Eine Wand für die Duisburger
zuletzt aktualisiert: 10.09.2008Duisburg (RPO). Die Bauzäune sind überwindbar, zumindest von den Jugendlichen, die den Rheinpark vor seiner Eröffnung schon in Besitz genommen haben. Sie interessiert weniger die landschaftliche Gestaltung, als ein Gelände im Schatten der alten, stehengebliebenen Erzbunkerwände. Dort nämlich ist ein Skater-Paradies angelegt worden, wie es in Duisburg kein vergleichbares gibt. Vom „besten Platz in Nordrhein-Westfalen“ schwärmen gar die Jugendlichen, die auf ihren Skatebords oder Inlinern heute schon über die angelegten Pisten flitzen.
Es ist davon auszugehen, dass sie mit den Farbschmierereien auf den frisch aufgestellten Liegen und Sitzmöbeln nichts zu tun haben und (vielleicht) auch nicht die Unmengen von Müll produziert haben, der bereits überall auf dem Gelände herumliegt. Gegen die Schmierereien gibt es bereits ein Konzept: Junge Graffiti-Künstler werden in Kürze beauftragt, nach ausgeklügelten Farbsystemen sich auf den Wänden zu verewigen.
Körbe und Ranger
Das Müllproblem aber wird schwerer in den Griff zu bekommen sein. „Denn entweder hat man zu viele oder zu wenige Papierkörbe aufgestellt“, sagt Landschaftsarchitekt Lorenz Kehl. Als sich jetzt die CDU-Ratsfraktion zusammen mit ihren Grünen-Parteikollegen den wachsenden Rheinpark anschaute, da entging den Politikern dieser Missstand nicht. Vielleicht wird es möglich sein, Parkranger zu beschäftigen, die für Ordnung und Sauberkeit in der Hochfelder Anlage sorgen, überlegten die Kommunalpolitiker beim Rundgang.
Die könnten dann auch ein Auge auf jene Besucher haben, die zum Grillen in den Park kommen. Ganz bewusst haben Kehl und seine Kollegen darauf verzichtet, feste Grillplätze anzulegen. Denn die würden einen großen organisatorischen Aufwand verursachen (Vermietung, Reinigung, Instandsetzung etc.) Stattdessen, so die Überlegungen von Kehl, soll jeder, der will, mit seiner privaten Grill-Ausrüstung kommen und sich dort niederlassen, wo die im Gelände verteilten Sitzgruppen stehen. „Dann stellt sich auch nicht die Frage, wer die Grillkohle entsorgt und den Grillrost reinigt“, so Kehl.
Ein weiteres Problem aber könnte auf den Rheinpark tatsächlich zurollen: Es gibt so gut wie keine Parkplätze. Zwar sind es nur wenige Fußminuten zu den Parkflächen eines Fitnessbetriebes und der Discothek Pulp, doch deren Betreiber werden sich „bedanken“, wenn ihren Gästen Abstellplätze von Rheinparkbesuchern weggenommen werden.
Rund 1400 Einzelporträts von Duisburgern sollen im Rheinpark zu einem Großprojekt namens „Wand der 1000 Gesichter“ zusammengefügt und an exponierter Stelle präsentiert werden. Die im Rahmen des ersten Bauabschnitts bereits fertig gestellten Parkbereiche, unter anderem mit Kletterwand und Skaterbahn, werden im Rahmen einer Teileröffnung am 19. September der Öffentlichkeit übergeben. Zum zweiten Bauabschnitt gehören die an die Wörthstraße grenzenden Flächen, auf denen sich derzeit noch eine Halle der Firma Arcelor-Mittal befindet.
An der Längswand dieser Halle, die die stattlichen Maße von 200 Metern Länge und 15 Metern Höhe aufweist, soll das Projekt „Wand der 1000 Gesichter“ entstehen. Dafür wird jedes Porträtfoto auf ein Maß von 75 mal 55 Zentimeter vergrößert, auf eine wetterfeste Trägerplatte aufgezogen und in gleichmäßigem Raster auf der Hallenwand montiert. Der größere Teil, nämlich 1214 Abbildungen, wird als schwarz-weiße, der Rest von 186 als blau-weiße Vergrößerung hergestellt. Aus der fernen Betrachtung wird die Fotowand als Fläche erscheinen, aus der sich der Schriftzug „Duisburg am Rhein“ abhebt. Er wird aus den blau-weißen Porträts gestaltet. Aus der Nähe jedoch kann jedes einzelne der 1400 Fotos entdeckt und angeschaut werden.
Die Aktion läuft ab sofort drei Monate lang, also bis Ende November. Im Hochfelder Fotostudio „Foto Mega“, Wanheimer Straße 122, werden die Porträts aufgenommen, für die selbstverständlich keine Kosten anfallen. Jeder Interessierte ist eingeladen, sich dort während der üblichen Geschäftszeiten ablichten zu lassen und so zu einem Teil des Kunstprojekts zu werden. Die Realisierung der Fotowand ist bis Februar 2009 vorgesehen. Ihre Dauer ergibt sich aus dem weiteren Baufortschritt des RheinParks.
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